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Mode und Stars: In der Glamourwelt wird ein neues Frauenbild diskutiert

Nur schön ist doch öde

Schönheiten wie Penélope Cruz und Jennifer Aniston haben es satt: Immer nur schön ist langweilig, Frauen haben mehr drauf. Zeit für eine Trendwende? Allenfalls aus der Sicht der Männer, meinen Experten.

05.03.2016
  • LAURA LEWANDOWSKI, DPA

Berlin. Mit ihren Traummaßen verdienen viele Millionen, auf Hochglanz-Magazinen erstrahlen ihre Gesichter in Perfektion: Hollywoods Damen sind Meisterinnen in Sachen Schönheit. Mit ihren Looks setzen sie Maßstäbe für das Idealbild vieler Frauen - und das auf der ganzen Welt. Doch gerade in der schillernden Glitzer- und Glamourwelt, wo gutes Aussehen oft Kapital verspricht, werden immer mehr kritische Stimmen laut. Und die sagen ganz klar: Auf diese Schiene haben wir keine Lust mehr.

Prominentes Beispiel: Oscar-Preisträgerin Penélope Cruz. Wallende Mähne, perfekter Teint, 1-A-Körper. Vor zwei Jahren wurde sie zur "Sexiest Woman Alive" gekürt. Sich allein mit dem Titel der attraktivsten Frau der Welt zu identifizieren, liegt der 41-Jährigen allerdings fern. "Zu bestimmen, welches Alter, welche Körperform oder welcher Look den Maßstab für Schönheit festlegt, ist ein Unding", sagt Cruz. "Wir Menschen sind doch so viel mehr." Jungen Frauen rät sie, gelassener auf Bemerkungen über ihr Aussehen zu reagieren.

Auch ihre Schauspielkollegin Jennifer Aniston will sich niemals vorschreiben lassen, was sie anziehen darf oder was nicht. "Wenn ich die erste 80-Jährige bin, die sich erfolgreich im Bikini raustraut - gern!", sagt der "Friends"-Star. Worte wie "altersgemäß anziehen" fallen für sie schlichtweg in die Kategorie: "dumme Kommentare."

Sogar in der Modewelt gilt längst: Schönheit ist mehr als "Size Zero". Statt Hüftknochen und Schlüsselbein zierten jüngst die Ausgabe der "Sports Illustrated" die Rundungen des Übergrößen-Models Ashley Graham. "Danke für alle, die sich für Kurven stark gemacht haben", schrieb die 28-Jährige auf Instagram. Auf dem von ihr geposteten Titelbild räkelte sich die US-Amerikanerin im knappen Bikini am Strand. Es ist nur eines der vielen freizügigen Fotos auf ihrem Account, dem über eine Million Nutzer folgen.

Hat es die Schönheitsindustrie also endlich begriffen und sich vom "Idealbild der Frau" verabschiedet? Teilweise. Denn eine Trendwende, die gibt es - das sagt einer, der es wissen muss. Regelmäßig legen sich Prominente bei Schönheitschirurg Prof. Werner Mang am Bodensee unter das Messer.

"Botox-Fratzen und Magermodels sind out", meint der Experte, der seit mehr als 30 Jahren im Geschäft ist. Gerade im Alter setzten immer mehr Frauen auf Natürlichkeit. "Viele sagen: Ich will meine Falten behalten." Allerdings: nicht zu viele. "Das Leben soll man sehen, unästhetisch soll es nicht ausschauen", sagt Mang. Reif ja, aber altern nur bis zu einer gewissen Grenze - ganz auf eine OP verzichten, das wollen laut Mang weder Promis noch Frauen aus der Nachbarschaft.

"Für die Modebranche hat die Cover-Wahl von ,Sports Illustrated wenig Aussagekraft - es ist ja weder ein Mode- noch ein Frauen-Magazin, sondern richtet sich an Männer", sagt Andrea Ketterer, Chefredakteurin der "Glamour" in Deutschland. Auch in der Vergangenheit habe es immer wieder Beispiele für erfolgreiche Models mit Kurven gegeben. Standard werde dieser Look aber für die Modebranche auch in Zukunft nicht werden.

Ähnlich lautet das Urteil aus den Model-Agenturen. "Man wehrt sich gegen die harten Anforderungen, ganz wegkommen wird man davon aber nicht", sagt Modelbookerin Vlada Mättig von "Viva Models" in Berlin. Zwar seien im Werbesegment immer öfter "imperfekte Gesichter" zu sehen - "an einer Trendwende liegt das aber nicht, sondern eher daran, dass sich Frauen nicht mehr veralbern lassen", sagt Mättig. Wer im High-Fashion-Bereich mitmischen will, der muss wohl auch in Zukunft rank und schlank sein: "Wir können keine ins Ausland schicken, die nicht eine 90er Hüfte hat", sagt Mättig, und damit sind die Model-Maße gemeint, die im besten Fall inzwischen sogar bei 80-59-89 liegen.

Auch Statements von der ehemaligen "Germany s Next Topmodel"-Kandidatin Larissa Marolt spiegeln die Realität wieder: ". . . die Models in Paris leben für den Laufsteg und sterben auch dafür."

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05.03.2016, 08:30 Uhr
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