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Narrenzunft will künftig schärfer gegen Drückeberger vorgehen und alte Bräuche wieder aufleben lassen

Nur mit Hilfe der 500-Prozentigen läuft es

Wer als Mitglied unterm Jahr und an der Fasnet nicht mithilft, zahlt künftig bis zu 100 Euro. Die Hauptversammlung der Narrenzunft beschloss das mit großer Mehrheit.

20.07.2009
  • Walther Puza

<strong>Rottenburg.</strong> Zunächst schien die Hauptversammlung der Narrenzunft am Freitagabend im Haus der Bürgerwache zügig über die Bühne zu gehen. Zunftmeister Michael Rehbein konnte über ein erfolgreiches Jahr berichten. Der Narrenbrunnen steht. Rehbein: „Wir können zu Recht stolz darauf sein“. Baubürgermeister und Zunftmitglied Holger Keppel berichtete sogar anerkennend: „Er gehört mittlerweile zu den meist fotografierten Objekten in der Stadt, und die Kinder freuen sich an diesem Wasser noch mehr als oben“. Der Zunfthaus-Umbau lief gut an: Das Dach wurde bereits gerichtet und die Fassade teilweise gestrichen. 56 000 Euro sind bereits investiert worden. Dennoch steht es um die Finanzen ganz gut, weist das Jahresergebnis nur ein Minus von rund 24 000 Euro auf. Insgesamt 63 Mitglieder wurden für zehn- bis sechzigjährige Mitgliedschaft geehrt.

Die treffen, die sich

ins Fäustchen lachen

Aber dann! Was den ganzen Abend in den Berichten schwelte, wurde gegen Ende der Versammlung zum entscheidenden Thema. Rehbein hatte schon einige Andeutungen gemacht. So zog er den Hut vor dem mehr als 100-prozentigen Engagement mancher Narren. Aber: „Leider gibt es Mitglieder, bei denen ich den Hut auflasse“. Und: „Ich bin mir bewusst, dass uns manch eingefleischte Drückeberger verlassen werden, aber denen weine ich keine Träne nach“. „Wir alle wollten, dass das Zunfthaus renoviert wird. Wir alle wollten das mit Eigenleistungen schaffen“. Nun gelte es aber „die zu treffen, die woanders sind und sich ins Fäustchen lachen, dass wir Trottel was tun“.

Zeremonienmeister Rolf Eissler berichtete, dass am Schmotzigen noch über 20 Arbeitsdienste offen gewesen seien und nur durch das Engagement der bereits Arbeitenden hätten gefüllt werden können. Die Fasnet ist nun aber die Jahreszeit, in der die Narrenzunft die meisten Helfer braucht, um den größten Umsatz zu machen. Dass die Festhalle beispielsweise wieder selbst bewirtschaftet wird, machte sich im Kassenbericht deutlich bemerkbar. Auch das Zunfthaus sorgt für Einnahmen. Aber Rehbein warnte: „Wir sind noch lange nicht fertig mit dem Umbau“. Da gebe es noch eine Menge Arbeit bis November, die von den Mitgliedern geleistet werden müsse – „sonst können wir die Fasnet 2010 im Zunfthaus vergessen“.

Larve auf für die

närrische Konversation

Bislang ist schon jedes Mitglied zu Arbeitsdiensten verpflichtet. Weil die aber gerne unter dem Jahr abgeleistet werden oder gar nicht, fehlt es an Arbeitskräften während der tollen Tage. Nun, so beschlossen es die 129 anwesenden Mitglieder mehrheitlich, muss die Hälfte der Dienste an der Fasnet geleistet werden. Und der Berechnungszeitraum für die Fasnet währt nicht mehr vom sechsten Januar bis zum Aschermittwoch, sondern nur mehr vom Schmotzigen bis zum Aschermittwoch.

Wer keinen Dienst leistet, zahlt künftig 100 Euro Ausgleich dafür. Mit jeder geleisteten Stunde reduziert sich dieser Betrag. Aus den Reihen der Mitglieder kamen zwar Zweifel auf, ob es wohl auch genügend Arbeitsdienste während der Fasnet gebe, aber dies scheint so zu sein. Und wenn sich der Rottenburger Narr nun fragt, was er für seine Zunft tun kann, gibt es noch mehr als die Arbeitsdienste.

Archivar Clemens Fuchs warb für das neue Zunft-Archiv im frisch ausgebauten Dach des Zunfthauses. Systematisch und professionell soll dieses ausgebaut werden, Dabei ist es aber darauf angewiesen, dass alte Stücke nicht weggeworfen sondern der Zunft zur Archivierung übergeben werden. Und das Brauchtum: Es scheint ein genereller Wunsch in der schwäbisch-alemannischen Narrenwelt zu sein, die närrische Konversation wieder zu fördern. Dazu, so Fuchs, sei es aber unerlässlich, dass der Narr seine Maske schon vor und auch nach dem Umzug aufhabe.

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20.07.2009, 12:00 Uhr
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