Rottenburg · Sicherheit

Nur leise Warnung in der Bischofsstadt

In Rottenburg heult am Warntag keine Sirene, da kaum eine funktioniert. Neue gibt’s 2023 – mit Batterien, aber ohne Kurbeln.

06.12.2022

Von koe

Um zu prüfen, wie gut im Ernstfall (von der Flutkatastrophe bis zum Kriegsausbruch) die Alarmierung der Bevölkerung funktioniert, gibt es am Donnerstag, 8. Dezember, wieder einen bundesweiten „Warntag“. Dazu verschickt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ab 11 Uhr zentrale Probewarnungen, etwa an Rundfunkanstalten, an die Warn-App „Nina“ – und an Sirenen.

In Rottenburg werden am Donnerstagvormittag allerdings keine Sirenen heulen, da, wie die Pressestelle der Stadtverwaltung mitteilt, „bekanntermaßen und wie in vielen Orten die meisten nicht mehr funktionsfähig sind“. In der Vergangenheit hatte die Stadt allerdings nur mitgeteilt, dass fünf der insgesamt 18 Sirenen defekt sind. Sebastian Raudszus, Kommandant der Gesamtfeuerwehr Rottenburg, klärt auf Nachfrage des TAGBLATTs auf: Der Großteil der nicht defekten (analogen) Sirenen lasse sich „nicht zuverlässig“ ansteuern. Das heißt: Das Funksignal, die sogenannte „Alarmierungswelle“, wird nicht immer erkannt, vor allem nicht bei Unwettern oder wenn es schneit. Seit dem Warntag 2020 habe man die Sirenenanlagen zweimal gewartet. Dabei wurden sie ausgelöst, nachdem der „Schalltopf“ entfernt wurde, um die Bevölkerung nicht aufzuschrecken, erklärt Raudszus.

Ende Oktober hatte der Gemeinderat beschlossen, das Sirenennetz in Rottenburg komplett zu erneuern. Die neuen Modelle sind für die digitale Ansteuerung ausgelegt, die der Landkreis Tübingen 2023 einführen will.

Der Bund bezuschusst 15 neue Sirenen. Diese sollen im kommenden Jahr aufgebaut werden – der Auftrag ist bereits vergeben, wie die Stadtverwaltung mitteilt. Die Kosten belaufen sich auf 332000 Euro, wovon 256000 Euro der Bund übernimmt. Im Jahr darauf will die Stadt „etwa acht weitere neue Sirenen“ anschaffen, „um das Gebiet bestmöglich abzudecken“. Die Stadt werde sich dafür erneut um Fördermittel bemühen.

Der Diesel sollte nicht ausgehen

Die neuen Sirenen verfügen laut Raudszus, anders als die bisherigen, über Batteriepuffer. Bei einem Blackout könnte man sie also noch „einige Male“ auslösen. Für den Fall, dass der Strom längere Zeit ausfiele, gebe es auch noch wenige handbetriebene Sirenen, beruhigt der Kommandant. Die neuen Sirenen sind nicht mit einer guten alten Kurbel ausgestattet, wie die Notfall-Radios, die sich manche Leute dieser Tage kaufen. Immerhin: Die Feuerwehr hat auch Wagen, deren Sirenen durchs Fahren betrieben werden. „Solange uns der Diesel nicht ausgeht, funktionieren die also auch noch“, sagt Raudszus.

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Erstellt:
06.12.2022, 18:00 Uhr
Lesedauer: ca. 2min 09sec
zuletzt aktualisiert: 06.12.2022, 18:00 Uhr

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