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Wohnungsmarkt

Nur in München und Hamburg zahlen Studenten mehr Miete

Laut einer neuen Erhebung kostet ein WG-Zimmer in Stuttgart 420 Euro. Die Situation verschärft sich, weil immer mehr junge Leute zuziehen.

08.09.2017
  • CAROLINE HOLOWIECKI

Stuttgart. In Stuttgart eine Wohnung zu finden, ist eine Herausforderung. Eine bezahlbare zu bekommen, ist so gut wie aussichtslos. Wie schwierig die Situation für Studenten ist, hat das Berliner Moses-Mendelssohn-Institut (MMI) in einem Städtescoring dargelegt. Zuvor hatte es 93 deutsche Hochschulstandorte mit mindestens 5000 Studenten analysiert. Das Ergebnis: Auf dem Anspannungs-Index des studentischen Wohnungsmarktes belegt Stuttgart Platz drei. Nur in München und Hamburg tun sich junge Leute noch schwerer bei der Suche. 2016 stand Stuttgart noch auf Platz fünf.

Cottbus am günstigsten

Ermittelt wird dieser Index über 23 Faktoren. Dazu gehören vor allem die Mietpreise für WG-Zimmer, ermittelt über ein Online-Vermittlungsportal, zudem die Entwicklung der Studierenden-Zahlen, die Altersstruktur der Einwohner oder die Quote geförderter Wohnheime. Mit durchschnittlich 420 Euro pro WG-Zimmer ist man in Stuttgart dabei. Das sind zwar fünf Euro weniger als bei der letzten Erhebung, das Mittel der untersuchten Städte gibt das MMI jedoch mit 353 Euro an. Das teuerste WG-Pflaster ist demnach München mit durchschnittlich 570 Euro. In Cottbus hingegen werden pro Zimmer 208 Euro verlangt.

Dabei sind Studenten bei Vermietern durchaus beliebt, wie Ulrich Wecker, Geschäftsführer des Eigentümerverbands „Haus & Grund“ in Stuttgart, betont. „Das ist eine Klientel, die sich ganz erheblich gewandelt hat“, sagt er. Die Mehrzahl der Studenten gelte heute als zielstrebig, gesittet und genügsam, durch Elternbürgschaften oder Einkünfte über duale Studiengänge sei auch das Finanzielle gesichert. Apropos Finanzielles: Zwar seien Verwaltungsaufwand und Abnutzung bei WGs höher, aber mitunter könne der Immobilienbesitzer durch die Einzelmieten mehr Geld einnehmen, als wenn er das Haus oder Appartement im Ganzen anbiete.

Laut MMI machen sich die Studenten untereinander Konkurrenz. Im vergangenen Semester seien knapp 56 000 Studenten an Stuttgarter Hochschulen eingeschrieben gewesen, mehr als 16 Prozent von ihnen Ausländer. Und immer mehr Junge drängen in die Schwabenmetropole. Das Wanderungssaldo – also Zu- minus Fortzüge – bei den 18- bis 29-Jährigen lag laut dem Statistischen Landesamt 2015 bei 9860. Seit Jahren steigt diese Zahl. Überproportional viele kommen in privaten Unterkünften unter, sagt Wecker. Und die sind in Stuttgart teurer als anderswo, da rar. Nur etwa 1200 neue Wohnungen seien 2016 dem freien Wohnungsmarkt zugeführt worden, sagt er und kritisiert, dass zu wenig Flächen ausgewiesen würden.

4300 Namen auf der Warteliste

Jeder achte Stuttgarter Student lebt laut MMI in einer subventionierten Unterkunft. Das Studierendenwerk, zuständig für 14 Hochschulen in der Landeshauptstadt, Esslingen, Göppingen und Ludwigsburg, unterhält derzeit 35 Wohnanlagen mit mehr als 7200 Plätzen. Ein Zimmer gibt es ab 200 Euro warm. Dementsprechend begehrt sind sie. Simone Hübener, die Sprecherin, zählt aktuell 4314 junge Menschen, die auf Wartelisten für ein WG-Zimmer oder ein Einzel-Appartement stehen; etwas weniger als 2016. Nicht überall geht es gleich eng zu. Während es nach der Eröffnung des Wohnheims „Rossneckar II“ in Esslingen oder Göppingen keinen Mangel gibt, stehen auf der Liste für Ludwigsburg 474 Namen. Die 866 dort gestellten Plätze sind belegt.

Noch weiter geht die Schere in Stuttgart auf. Für 5460 belegte Wohnplätze stehen noch 3840 Bewerber Schlange. Vergeben werden die Zimmer „streng nach Eingang“, betont Simone Hübener. Darüber hinaus kooperiert das Studierendenwerk mit „Haus & Grund“, beteiligt sich an einer Kampagne des Wissenschaftsministeriums und bietet über eine Datenbank die Vermittlung von Privatzimmern an. Simone Hübener: „Wir fahren da schon auch parallel, weil wir wissen, dass unser Angebot nicht reicht.“

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08.09.2017, 06:00 Uhr
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