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Kommentar

Nur beschränkte Wirkung

Wer krank wird und auf dem Land wohnt, hat Nachteile. Zum nächsten Allgemeinmediziner ist es oft sehr weit, zum Facharzt erst recht. Insofern liegt die Bundesärztekammer richtig, wenn sie ein Projekt in Angriff nimmt, das bisher tabu war: Patienten sollen künftig auch in Online-Sprechstunden behandelt werden dürfen.

26.02.2018

Von MICHAEL GABEL

Berlin. Vom Krankenbett aus zehn, zwanzig Minuten mit dem Arzt skypen, bis Ursache, Schwere und Therapie der Krankheit geklärt sind, statt in angeschlagenem Zustand stundenlang durch die Gegend zu fahren oder zu laufen – eine gute Idee. Aber das Mittel ist nur von beschränkter Wirkung.

Bekommt der Patient zum Husten noch eine Lungenentzündung, stößt die Online-Behandlung an ihre Grenzen. Dann muss sich der Kranke nämlich doch zu einer richtigen Arztpraxis begeben, alles andere wäre fahrlässig. Deshalb wären Online-Sprechstunden nur eine weitere Hilfe.

Ein Ersatz für ein möglichst dichtes Netz an Landarzt-Praxen sind sie nicht. Doch woher die Ärzte nehmen, die man nicht hat? Nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts muss die Zulassung zum Medizinstudium sowieso neu geregelt werden. Die Bundesländer sollten dies zum Anlass nehmen, die Zahl der Studienplätze deutlich zu erhöhen. Damit die Absolventen aber dann nicht nur in dicht besiedelte Gebiete drängen, wäre die Einführung einer Landarzt-Quote sinnvoll. Bayern plant ein solches Modell: Studienbewerber verpflichten sich, später für eine gewisse Zeit aufs Land zu gehen und bekommen einen Bonus. Zögen andere Bundesländer nach und käme zusätzlich die ärztliche Betreuung per Computer –

Patienten auf dem Land stünden deutlich besser da.

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Erstellt:
26. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
26. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2018, 06:00 Uhr

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