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Nürnberger Experte entdeckt neuen Dürer
Dürer-Experte Thomas Schauerte zeigt sein neues Buch mit einem Druckerzeichen aus dem Jahr 1497, das er dem Renaissance-Meister zuordnet. Foto: dpa
Urheber eines Holzschnitts aus der Bibliothek Wolfenbüttel galt bislang als unbekannt

Nürnberger Experte entdeckt neuen Dürer

Thomas Schauerte hat Neues zum Frühwerk Albrecht Dürers zu berichten. Hintergrund ist eine Freundschaft Dürers mit dem Humanisten Konrad Celtis.

08.12.2015
  • DPA

Nürnberg. Dürer ist immer wieder für eine Überraschung gut: Der Nürnberger Dürer-Experte Thomas Schauerte hat dem berühmten Maler ein neues Werk zugeordnet. Der Holzschnitt von 1497 sei ein Druckerzeichen für den Leipziger Verleger Konrad Kachelofen gewesen, schreibt Schauerte, der Leiter des Nürnberger Dürer-Hauses, in seinem neuen Buch "Dürer & Celtis - Die Nürnberger Poetenschule im Aufbruch". Der Kontakt von Albrecht Dürer (1471-1528) und Kachelofen sei über den Humanisten Konrad Celtis zustandegekommen, der mit Dürer zusammengearbeitet habe. Bislang war der Urheber des Holzschnitts unbekannt. "Vor dem Jahr 1500 hatte man bei Grafiken sehr viel mit anonymen Meistern zu tun", sagt Schauerte. Da habe meist niemand versucht, den Urheber herauszufinden. Unter Buchkundigen habe das Druckerzeichen jedoch eine gewisse Berühmtheit gehabt, weil es so gut gemacht sei. Dazu sei zu jener Zeit allein Dürer in der Lage gewesen. Dass der Holzschnitt von Dürer stammt, könne nicht aufgrund des Stils bewiesen werden, erklärt Schauerte. Daher habe er den kulturhistorischen Nachweis erbracht. Der Dürer-Experte hatte den Holzschnitt in der Bibliothek Wolfenbüttel aufgestöbert.

Außerdem ist Schauerte sich sicher, dass die drei bislang als Einzelwerke gesehenen Bilder "Herkules", "Männerbad" und "Reiter und Landsknecht" zusammengehören. Sie stammen aus dem Jahr 1496, haben die gleiche Größe und befassen sich jeweils mit einem nichtchristlichen Inhalt. Lege man sie nebeneinander, zeige sich zudem eine durchgehende Horizontlinie und ein Hügel, der sich von einem Bild zum anderen fortsetzt.

Schauerte glaubt zudem, dass sich Dürer im Bild "Männerbad" selbst verewigt hat - als Zuschauer hinter einem Zaun, der auf eine Gruppe badender Männer blickt.

"Dürer hat sich immer mal wieder in seine Gemälde geschmuggelt", sagt Schauerte, etwa in einen Holzschnitt von 1501, wo sich der Künstler als Teil einer Gruppe von Männern gezeichnet habe. "Und diese beiden Figuren sehen sich ähnlich." Erwiesen sei diese These zwar nicht, es passe von der Bildbedeutung aber gut: Die Badenden seien unter anderen die griechischen Philosophen Sokrates und Platon. Und da Dürer kein Latein konnte, sei er von den Humanisten stets ausgeschlossen worden. Beeinflusst worden sei Dürers Frühwerk stark von seinem "geistigen Ziehvater" Celtis, mit dem er von 1495 an zusammengearbeitet habe.

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08.12.2015, 08:30 Uhr
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