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Kommentar zur Reform der Islamkonferenz

Notwendige Debatte

Eine Zeit lang war die Islamkonferenz eine Krawallveranstaltung. Immer wieder gab es heftige Kontroversen zwischen den Religionsverbänden und islamkritischen Freigeistern.

14.07.2018

Von Stefan Kegel

Immerhin wurden aber auf diese Weise Probleme zwischen Islam und deutschem Staat offen thematisiert. Das ist seit vier Jahren vorbei. Weil die Sacharbeit unter den Debatten litt, sitzen nur noch Verbandsvertreter und Regierung am Tisch und bereden unter sich, wie Religionsunterricht, Wohlfahrt oder Seelsorge am besten organisiert werden können. Große Durchbrüche sind aus dieser Zeit nicht bekannt.

In den vergangenen vier Jahren hat sich die Gesellschaft in Deutschland gewandelt. Neue Muslime sind ins Land gekommen. Es gab große Willkommensgesten für sie, aber auch Angst. Viele Menschen verlangen Antworten auf das Credo der Kanzlerin, der Islam gehöre zu Deutschland. Sie wollen wissen, was diese Religion ausmacht, und in welcher Verbindung sie zu den Anschlägen von Ansbach, Würzburg und Berlin steht. Viereinhalb Millionen Muslime leben hier. Es ist die Pflicht des Staates, mit ihnen im Gespräch zu bleiben. Und zwar mit allen, und nicht nur mit dem geschätzten Achtel der Gläubigen, das von Verbänden vertreten wird.

Daher ist es höchste Zeit, dass die Islamkonferenz wieder an Relevanz gewinnt. Die Einladung von Islamkritikern könnte wieder eine Debatte darüber entfachen, welche Rolle Muslime in Deutschland spielen sollen. Auch wenn die AfD und ihre Gesinnungsgefährten es nicht gern hören: Diese viereinhalb Millionen sind ein Teil Deutschlands. Sie haben ein Recht darauf, angehört und auch kritisiert zu werden. Die Islamkonferenz ist die ideale Arena dafür.

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Erstellt:
14. Juli 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Juli 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Juli 2018, 06:00 Uhr

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