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Kommentar zu verschärftem Datenschutz

Notfalls mit Zwang

06.04.2018

Von IGOR STEINLE

Berlin. Eigentlich muss man Facebook dankbar sein: Der Skandal um das weltgrößte soziale Netzwerk offenbart, wie nötig die politische Regulierung der amerikanischen Digital-Konzerne ist. Sie müssen zu mehr Verantwortung gegenüber ihren Nutzern und der Öffentlichkeit verpflichtet werden. Denn die gehen auch weiterhin genauso sorglos mit ihren Daten um wie Facebook selbst.

Die Konzerne aber wehren sich mit Händen und Füßen gegen mehr Regulierung. Denn die Datenschätze, die die Internet-Nutzer den Giganten Google, Apple, Facebook, Amazon kostenlos zur Verfügung stellen, sind wertvoller als Gold. Sie stellen außerdem schon heute alles in den Schatten, was George Orwell sich einst ausgedacht hat.

Um Alptraum-Szenarien wie aus dem Science-Fiction-Roman zu verhindern, hat die Europäische Union bereits vorgelegt. Ab Mai gilt die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die das Internet-Recht auf neue, verbraucherfreundlichere Füße stellt. Im Hintergrund läuft in Brüssel allerdings längst die nächste Lobbyschlacht: Die ePrivacy-Verordnung soll den Datenschutz weiter verschärfen. Es geht um die kommerzielle Verwertung unserer privaten Kommunikation.

Der Facebook-Skandal dürfte Befürwortern einer härteren Gangart gegenüber den ausufernden Datensammlern Aufwind verschaffen. Auch die DSGVO ging nur deswegen durch alle Instanzen, weil die Öffentlichkeit damals unter dem Eindruck des NSA-Skandals stand.H eute müssen Konzerne wie Facebook verstehen, dass Privatsphäre mehr als ein lästiges Geschäftshemmnis ist. Notfalls mit Zwang.

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Erstellt:
6. April 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
6. April 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. April 2018, 06:00 Uhr

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