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Diplomat setzt sich ab

Nordkoreaner flieht mit Familie nach Südkorea

Die Flucht eines nordkoreanischen Diplomaten nach Südkorea ist ein Schlag ins Gesicht für Pjöngjang. Der Diplomat könnte wertvolle Informationen liefern.

18.08.2016
  • DIRK GODDER, DPA

Seoul. Der zweithöchste Diplomat an der nordkoreanischen Botschaft in London hat sich nach Angaben der Regierung in Seoul mit seiner Familie nach Südkorea abgesetzt. Ausschlaggebend für die Flucht des bisherigen stellvertretenden Botschafters Thae Yong Ho sei anscheinend unter anderem Unzufriedenheit mit dem Regime von Machthaber Kim Jong Un gewesen, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit. Thae und seine Familie befänden sich unter dem Schutz der Regierung. Er sei offensichtlich der bisher höchstrangige Diplomat aus dem weithin abgeschotteten Nordkorea, der nach Südkorea geflüchtet sei.

Beobachter vermuten, dass der Diplomat wertvolle Informationen über das wegen seines umstrittenen Atomprogramms international isolierte Regime liefern könne. Unklar ist, wie der 55-Jährige genau nach Südkorea gereist ist und wie viele Kinder er hat. Die südkoreanische Zeitung „JoongAng Ilbo“ berichtete, dass er bereits Anfang dieses Monats seinen Posten in Großbritannien verlassen habe und ein Kind bei sich habe.

Thae habe lange Zeit in London gelebt, wo er die „liberale Demokratie“ bewundert habe, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Er sei des Regimes überdrüssig gewesen, habe sich Sorgen um die Erziehung seiner Kinder und deren Zukunft gemacht.

Berichte über die Flucht von hochrangigen nordkoreanischen Regierungsbeamten sind selten. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete allerdings unter Berufung auf Regierungskreise, dass sich seit dem vergangenen Jahr eine unbestimmte Zahl von Diplomaten nach Südkorea abgesetzt habe. 1997 hatte sich der damalige Botschafter in Ägypten abgesetzt, er reiste aber in die USA. Die jetzige Flucht kommt zu einer Zeit erhöhter Spannungen in der Region. Als Reaktion auf einen nordkoreanischen Atomtest im Januar und einen umstrittenen Raketenstart hatte der UN-Sicherheitsrat die Sanktionen gegen Pjöngjang im März verschärft.

Aus Nordkorea fliehen jedes Jahr zahlreiche Menschen vor Hunger und Unterdrückung, zumeist über die Grenze nach China. Viele von ihnen gelangen später über dritte Länder nach Südkorea. Im April dieses Jahres hatte die Flucht von 13 Angestellten eines von Pjöngjang betriebenen Restaurants in China nach Südkorea für weiteren Streit zwischen beiden Ländern gesorgt. Nordkorea unterstellte Seoul, die Menschen gekidnappt zu haben. Das weist Seoul zurück.

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18.08.2016, 06:00 Uhr
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