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Pflege

Nötig ist ein fairer Rahmen

Seit Anfang 2017 greift die Pflegereform – nun möchte die künftige GroKo erneut Änderungen.

01.02.2018

Von HAJO ZENKER

Bernd Meurer Foto: bpa

Berlin. Der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste, Bernd Meurer, fordert faire Rahmenbedingungen.

Wie beurteilen Sie die Pflegereform?

Bernd Meurer: Für die Pflegebedürftigen war die Reform sicher ein Gewinn, die in den Pflegeeinrichtungen nahezu geräusch- und reibungslos umgesetzt worden ist. Nur die, die die Pflege leisten, Beschäftigte und Unternehmerinnen und Unternehmer, standen dabei eher im Abseits. Das muss sich ändern. Ich sage Ihnen aus Sicht der privaten Anbieter, wir brauchen ein klares Bekenntnis zu Markt und Wettbewerb und zum privaten Unternehmertum in der Altenpflege. Allein bis 2030 werden über 100 Milliarden Euro an Investitionen in die Pflegeinfrastruktur nötig sein, die der Staat kaum leisten können wird. Deshalb braucht es hier gute und faire Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen.

Die GroKo-Verhandler versprechen 8000 neue Fachkräfte. Reicht das?

Dies ist ein Anfang, um die systematische Benachteiligung von Heimbewohnern zu beenden. Es hat aber den Anschein, als ob sich die Krankenversicherung günstig aus der Verantwortung kaufen will, statt die Heimbewohner zu entlasten.

Wer bezahlt das alles?

Bisher zahlen das die pflegebedürftigen Menschen durch höhere Eigenanteile. Die große Koalition wird darauf Antworten finden müssen. Mehr Pflegebedürftige, die zwangsläufig mehr Personal erfordern, sowie eine höhere Bezahlung bei gleichbleibenden Preisen und gleichbleibendem Beitrag zur Pflegeversicherung sind Versprechen, die niemand einlösen kann. Wer Prioritäten für die Pflege setzen will, der muss das auch finanziell tun.

Wo ist der größte Reformbedarf?

Es ist Zeit für einen Paradigmenwechsel in der Altenpflege. Bei der Ressourcenverteilung darf es nicht mehr „Ambulant vor Stationär“ heißen, sondern es muss künftig „Ambulant und Stationär“ mit allen Zwischenformen lauten. Die Herausforderungen in der Altenpflege wären allein Grund genug, erneut eine Reform des Föderalismus auf die Tagesordnung zu setzen. Denn mit Kleinstaaterei wird der große Wurf nicht gelingen. Hajo Zenker

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Erstellt:
1. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Februar 2018, 06:00 Uhr

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