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Tanz

Noch versteht man vielleicht nicht alles . . .

Der Choreograf Nadav Zelner liefert mit „Bullshit“ sein erstes abendfüllendes Programm für Gauthier Dance ab.

22.02.2018

Von WILHELM TRIEBOLD

Mitreißende Melange mit Pomade auf dem Bubikopf: „Bullshit“-Tänzer. Foto: Regina Brocke

Stuttgart. Irgendwie wird ihm ja immer vorgeworfen, den Tanz und das Leben durch die rosarote Brille zu sehen. Der Gute-Laune-Gauthier, der mit unwiderstehlichem Charme jeden mitreißt zu grandioser Happiness. Jetzt steht Eric Gauthier lässig im Theaterhaus und beichtet dem Publikum, wie selbst er eher skeptisch auf den Plan des Gastchoreografen reagiert habe. Der wollte alles in Pink und sein Stück dann auch noch „Bullshit“ taufen. „Stellen Sie sich vor, dann steht einer am Kartenhäuschen und sagt: Ich möchte vier Mal Bullshit kaufen!“

Doch Gauthier ließ Nadav Zelner einfach machen. Der Israeli ist praktisch die erste Entdeckung, die Gauthier Dance vorweist: Bislang trugen bekannte, bewährte Fachkräfte zum sich mehrenden Ruhm der Theaterhaus-Tanztruppe bei. Zelmer fiel bislang durch Minidramen auf, als Meister der kleinen schnellen Clip- und Trailer-Form, dem nun mit „Bullshit“ erstmals ein „abendfüllendes“ Tanzstück abverlangt wird (es währt aber nur 60 Minuten).

Diese starke Stunde hat es allerdings in sich. Zelner scheucht die 16 Tänzerinnen und Tänzer, allesamt mit keckem Suspensorium im Schritt und viel Pomade auf dem Bubikopf, gehörig über die rosa Fransenbühne. Lässt sie Stammestanz und Firlefanz ausprobieren, packt ein bisschen Music Hall und wilde afrikanische Rhythmen dazu, bis eine mitreißende Melange aus sich windenden, zuckenden, mitunter hampelnden und strampelnden Körpern entsteht.

Vieles ist getrimmt auf synchron und auf Formation, es wirkt auf den ersten Blick faszinierend?– auch in dem Versuch, ein eigenes Vokabular, eine eigene Tanzsprache zu finden. Noch versteht man vielleicht nicht alles, was der Choreograf Nadav Zelner sagen will. Was mit daran liegt, dass er sich noch nicht klar genug artikuliert. Oder aber daran, dass man diese Sprache wohl erst selber neu lernen muss. Eric Gauthier hatte jedenfalls zu Recht angekündigt: „Bäm – Tanz ins Gesicht!“ Wilhelm Triebold

Info Bis 25. Februar im Stuttgarter Theaterhaus, dann erst wieder drei Mal im Mai. Im Juni wandert „Bullshit“ dann in die größere Theaterhaus-Halle.

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Erstellt:
22. Februar 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Februar 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2018, 06:00 Uhr

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