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Der Kapitän muss kämpfen

Noch baut Joachim Löw auf Bastian Schweinsteiger

Er ist Kapitän der Nationalmannschaft und hat schon 113 Länderspiele auf dem Buckel. Doch von Bastian Schweinsteiger war vor dem Irland-Spiel nicht die Rede. Der 31-Jährige muss um seinen Platz kämpfen.

08.10.2015

Von GEROLD KNEHR

Dublin Vor dem EM-Qualifikationsspiel heute Abend (20.45 Uhr/RTL) in Dublin gegen Irland, in dem sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bereits mit einem Remis das Ticket für die Europameisterschaft 2016 in Frankreich sichern kann, war von vielen Dingen die Rede. Beispielsweise von Gerd Müllers Krankheit (siehe Bericht unten). Oder von "Motzki" Mats Hummels, der nach der 1:5-Niederlage von Borussia Dortmund beim FC Bayern München Tacheles geredet hatte, aber im Nachhinein das alles gar nicht so Ernst gemeint hatte.

Man sprach von Jerome Boateng, der in den letzten beiden Jahren den Aufstieg zum Weltklasse-Innenverteidiger geschafft hatte und deshalb von seinem Teamkollegen Thomas Müller den Ehrentitel "Kaiser" zuerkannt bekommen hatte - die Bezeichnung also, die bislang einzig Franz Beckenbauer gebührte. Diskutiert wurde über den wieder erstarkten Mario Götze oder die Chancen junger Spieler, wie etwa des Schalkers Leroy Sané, vielleicht noch auf den EM-Zug aufspringen zu können. "Die Tür ist immer offen, es hat schon immer wieder mal Überraschungen gegeben", so Bundestrainer Joachim Löw. Und auch der Name des gebürtigen Riedlingers Mario Gomez fiel, der in den letzten Wochen in der Türkei richtiggehend aufgeblüht ist und sich mit Doppelpacks beim Bundestrainer nachhaltig in Erinnerung bringt.

Nur ein Name wollte gestern im prächtigen Dubliner Hotel Intercontinental, wo die Mannschaft logiert, partout nicht fallen: der von Kapitän Bastian Schweinsteiger.

Gerade mal eineinviertel Jahre ist es her, dass der damalige Münchner die Nationalelf mit einer leidenschaftlichen Leistung zum vierten WM-Titel geführt hatte. Doch mittlerweile scheint es, als spielte Schweinsteiger nur noch eine Nebenrolle. Gewiss, der 31-Jährige trägt nach wie vor die Kapitänsbinde. Doch im Fokus des Geschehens steht er nicht mehr - weder bei seinem neuen Verein Manchester United, wo ihn sein einstiger Trainer und Gönner Louis van Gaal meist nur als Teilzeitkraft berücksichtigt. Noch beim Nationalteam. Zwar hält ihm Joachim Löw, wie er es zuvor auch bei anderen verdienten Nationalspielern wie etwa dem nun verletzt fehlenden Lukas Podolski getan hatte, die Stange. Doch Schweinsteiger weiß, dass die Zeit gegen ihn läuft. Er muss sich auch im Nationaltrikot beweisen. "Ist auf Schweini noch Verlass", titelte gestern beispielsweise die Sport Bild.

Eigentlich müsste Schweinsteiger die Begegnung gegen die Iren auf den Leib geschneidert sein. "Wir erwarten eine Mannschaft die physisch noch stärker und nach vorne besser ist als die Schotten vor vier Wochen, die den Kampf Mann gegen Mann sucht", sagt Löw über den heutigen Gegner. Im WM-Finale gegen Argentinien hat Schweinsteiger gezeigt, wie man sich solcher Kontrahenten erwehrt. Doch mittlerweile fragen sich viele, ob seine Fitness und seine geistige Frische für die EM 2016 noch reichen.

Wer Joachim Löw kennt, der weiß, dass er seinen Kapitän nicht so schnell fallen lässt. Obwohl die Konkurrenz im Mittelfeld riesengroß ist. Sami Khedira und Toni Kroos, Ilkay Gündogan und Mesut Özil, Julian Draxler und Christoph Kramer, ja sogar Thomas Müller und Mario Götze - sie alle können die zentrale Mittelfeldposition übernehmen. Schweinsteiger muss sich seines Stammplatzes erwehren - am besten schon heute.

Anführer in Bedrängnis: Bastian Schweinsteiger hat seinen Führungsanspruch mit starken Auftritten auf dem Platz zu bestätigen. Foto: afp

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Erstellt:
8. Oktober 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
8. Oktober 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 8. Oktober 2015, 12:00 Uhr

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