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Ruf nach Klarheit

Niersbach unter Beweisdruck - Beckenbauer von Fifa nicht entlastet

Der Druck auf Wolfgang Niersbach wächst: Auch aus den Reihen des Verbands ist der Chef des DFB aufgefordert, die Korruptionsvorwürfe rund um die WM 2006 schnellstmöglich und transparent zu entkräften.

22.10.2015
  • SID

Berlin/Frankfurt/Zürich Für den Sportsonderbeauftragten der Vereinten Nationen, Willi Lemke, hängt die Funktionärslaufbahn von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach von der zweifelsfreien Aufklärung des Korruptionsverdachtes bezüglich der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland ab. "Er muss so schnell wie möglich alles aufklären", sagte Lemke dem rbb-Inforadio. "Da müssen Fakten auf den Tisch, und da muss er ganz sauber belegen können, dass er da nicht involviert war."

Seit der Veröffentlichung von Bestechungsvorwürfen im Zusammenhang mit der WM-Vergabe am vergangenen Freitag wächst der Druck auf Niersbach immer mehr. Kritiker monieren, dass der Chef des Deutschen Fußball-Bundes und einstige Vizepräsident des WM-Organisationskomitees weder einen nachvollziehbaren Grund noch die weitere Verwendung einer 6,7-Millionen-Zahlung des Organisationskomitees an den Weltverband Fifa erläutert. Zurzeit laufen Ermittlungen, um die Zahlung aufzuklären. Sollte sich der gesamte Vorgang als korrekt erweisen, sieht Lemke Niersbach als Kandidaten auch für Spitzenfunktionen beim europäischen Verband Uefa oder auch bei der Fifa: "Dann halte ich ihn auf jeden Fall für verschiedene Ämter - ich will jetzt gar nicht spekulieren, für welches - für absolut geeignet."

Der Korruptionsverdacht und die Bestechungsvorwürfe rund um die WM 2006 an Deutschland sorgen auch an der Basis zunehmend für Unruhe: Regional- und Landesverbände fordern in unmissverständlicher Offenheit vom DFB umgehende Klarheit über die Hintergründe der ominösen 6,7-Millionen-Zahlung aus dem Jahr 2005.

"Wir sind der DFB", so unterstrich der hessische Landeschef und frühere DFB-Vizepräsident Rolf Hocke den Informationsanspruch der Verbände. Seinen Angaben zufolge hätten die Verbände auf ihrer Sitzung am vergangenen Montag einen klaren Auftrag an die DFB-Spitze formuliert: "Der Fluss der 6,7 Millionen Euro muss zeitnah und umfassend geklärt werden. Die Lage ist unangenehm. Deshalb ist lückenlose Aufklärung wichtig." Ähnlich wie Hocke hatte sich zuvor schon sein Kollege Eugen Gehlenborg vom norddeutschen Regionalverband geäußert. "Die Stimmung ist sicherlich nicht die beste im Augenblick", sagte der DFB-Vize in der Rheinischen Post. "Die erhobenen Anschuldigungen treffen uns alle schwer. Es muss eine schnelle und gründliche Untersuchung geben." Der schleswig-holsteinische Verbandschef Hans-Ludwig Meyer beklagte im Flensburger Tageblatt, dass das DFB-Präsidium erst am Freitag kurzfristig in Kenntnis gesetzt worden wäre.

Unterdessen muss Niersbachs langjähriger Freund und Weggefährte Franz Beckenbauer den Platzverweis von der weltweiten Fußballbühne fürchten: Nach Abschluss der Ermittlungen zur Rolle des 70 Jahre alten Idols bei der Vergabe der WM-Turniere 2018 an Russland und 2022 an Katar muss die rechtsprechende Kammer der Ethikkommission des Weltverbandes Fifa über Sanktionen gegen den "Kaiser" entscheiden. Beckenbauer, der seit vergangener Woche auch wegen des Korruptionsverdachts bezüglich der WM 2006 mit Problemen zu kämpfen hat, scheint durch die Untersuchungen der ermittelnden Kammer der Fifa-Ethiker nicht vollends entlastet worden zu sein.

Niersbach unter Beweisdruck - Beckenbauer von Fifa nicht entlastet
Wolfgang Niersbach saß mit Franz Beckenbauer und Bundesinnenminister Otto Schily (von links) im Präsidium des Organisationkomitees für die WM 2006. Foto: Imago

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22.10.2015, 12:00 Uhr
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