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Nie war sie mehr Diva: Anna Netrebko
Anna Netrebko singt die dramatischen Puccini-Heldinnen. Foto: Harald Hoffmann
Oper

Nie war sie mehr Diva: Anna Netrebko

30.08.2016
  • JÜRGEN KANOLD

Fürs Etikett „Diva“ reicht es im Operngewerbe nicht, einfach nur schön zu singen. Es müssen Schlagzeilen im Boulevard her: Jetset, Künstlerehe, Scheidung, ein Flirten mit den Mächtigen und Reichen und eine Aura der Extravaganz. Eigentlich erfüllt derzeit nur Anna Netrebko gesteigert die Anforderungen. Mit der Callas wollen wir die 44-jährige Russin jetzt nicht vergleichen, nicht künstlerisch, nicht bezüglich der Schlagzeilen, auch wenn sie diesbezüglich mit Ergebenheitsadressen an ihren Staatspräsidenten Wladimir Putin zweifelhaft gepunktet hat.

Aber die Callas-Liga, das naturgemäße Diven-Repertoire steuert Anna Netrebko jetzt an: das hochdramatische Heldinnenfach in den Puccini-Opern. Noch nicht auf der Bühne, aber zumindest auf CD: „Verismo“ (Deutsche Grammophon) heißt das neue, am Freitag erscheinende Album der Sopranistin. Längst vorbei sind die Zeiten, als die Netrebko als Mozarts Donna Anna brillierte – mit dieser Partie war ihr Stern bei den Salzburger Festspielen im Jahre 2002 aufgegangen. Auch die Violetta in Verdis „La Traviata“ lässt sie hinter sich. Die Stimme ist gereift, voluminöser, hat die Tiefe, aber auch das zunehmende Vibrato. Und die Sängerin hat die großmächtig hässlichen Klangfarben drauf.

Selbst Wagner ist für Anna Netrebko ein Thema: Die Elsa in „Lohengrin“ hat sie an der Dresdner Semperoper gesungen, vielleicht debütiert sie bald in Bayreuth. Aber jetzt, auf dieser CD, treten die so tragisch Leidenden wie die Megären des italienischen Verismo auf, es geht um die berühmten ganz großen, wahren (und extrem lauten) Gefühle: die tragische Butterfly oder auch die herrische Turandot. Und natürlich die Tosca: Das „Vissi d’arte“ gelingt ihr divenmächtig berührend, selbst mit feinem Piano.

Man muss aber sagen: Dass der großartige Antonio Pappano diese Aufnahme dirigiert und das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia so feinfühlig spielt, veredelt diese „Verismo“-CD sehr. Nur, wer quäkt da in Turandots „In questa reggia“ hinein? Es ist der Tenor Yusif Eyvazof, der Ehemann Anna Netrebkos, als Calaf. Erträglicher gestaltet er den Schlussakt aus Puccinis „Manon Lescaut“. Als Manon, die noch sehr lyrische Frauenfigur Puccinis, singt die Netrebko mit leidenschaftlichen Farben; bestechend das „In quelle trine morbide“.

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30.08.2016, 06:00 Uhr
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