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„Nicht von Angst leiten lassen“
Winfried Kretschmann: Wachsam sein, aber nicht verrückt machen lassen. Foto: dpa
Kretschmann mahnt zu Besonnenheit

„Nicht von Angst leiten lassen“

Die jüngsten Anschläge und Amokläufe lösen Entsetzen aus. Ministerpräsident Kretschmann mahnt, sich nicht verrückt zu machen.

01.08.2016
  • DPA

Stuttgart. Angesichts der jüngsten Gewalt- und Terrorakte in Deutschland hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Bürger zur Besonnenheit aufgerufen. Baden-Württemberg gehöre nach wie vor zu den sichersten Regionen der Welt, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. „Es sind einzelne Terrorakte, die einzelne Menschen gefährden. Aber statistisch gesehen gibt es viele Dinge, die viel gefährlicher sind“, sagte Kretschmann.

In Reutlingen hatte ein 21-Jähriger am 24. Juli auf offener Straße seine Freundin getötet. Die Beamten gehen Hinweisen nach, wonach der Mann psychische Probleme hatte. Im bayerischen Ansbach hatte ein syrischer Flüchtling am selben Tag bei einem Selbstmordattentat 15 Menschen verletzt. Der Mann soll Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen sein. In München hatte ein 18-Jähriger neun Menschen und dann sich selbst getötet.

Kretschmann mahnte, sich als Reaktion auf diese unterschiedlichen Taten von Angst leiten zu lassen. „Der Angstforscher Gerd Gigerenzer hat das sehr schön formuliert: Die Terroristen schlagen immer zweifach zu. Der erste Anschlag gilt unserem Körper, der zweite gilt unserem Gehirn.“ Wenn die Menschen aus Angst vor dem Terror ihr Leben veränderten, dann sei dieser zweite Anschlag gelungen. „Dem müssen wir auf jeden Fall widerstehen“, sagte der Grünen-Politiker

Die Täter schlagen nach seinen Worten wahllos zu. Insofern ergebe es keinen Sinn, beispielsweise auf Reisen nach Paris zu verzichten, weil die Stadt zuletzt im Visier von Islamisten stand. „Auch beim Urlaub im Allgäu oder an der Ostsee kann ein Irrer mit dem Messer auf Sie losgehen.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass einem persönlich etwas passiere, sei aber sehr gering. Wachsam sein müsse man jedoch auf jeden Fall.

Auf die Frage, ob er manchmal Angst um sich oder seine Familie hat, antwortete Kretschmann: „Ich habe als Ministerpräsident Personenschutz. Ich gelte ja qua Amt als gefährdet. Ich werde von Personenschützern begleitet, mein Haus ist von Videokameras überwacht. Aberwirkliche Angst habe ich nicht.“ Und ob er persönlich auch noch nie Todesangst hatte? „Nein, das hatte ich noch nie. Mir ist mal einer im Auto von der Seite reingerast, da hatte ich kurzzeitig Angst, aber keine Todesangst.“

Das Kabinett hatte vor der Sommerpause noch ein neues Anti-Terror-Paket aufgelegt. Es umfasst 30 neue Stellen, beispielsweise für IT-Experten, und hat ein Finanzvolumen von 4,6 Millionen Euro. Im Zuge der Terroranschläge in Frankreich hatte die damalige grün-rote Landesregierung bereits zwei Anti-Terror-Pakete im Kampf gegen Islamisten geschnürt.

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01.08.2016, 06:00 Uhr
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