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Bildung

Nicht nur „Ella“ macht Probleme

Die Landtags-Opposition prangert den Verzug von Digital-Projekten des Kultusministeriums an.

21.04.2018

Von AXEL HABERMEHL

Kritik an Verzögerungen: Tim Kern von der FDP. Foto: FDP

Stuttgart. Zwei große IT-Projekte der grün-schwarzen Landesregierung im Bildungsbereich ziehen sich hin. Das ergab ihre Behandlung im Bildungsausschuss des Landtags. Die Software „Allgemeine Schulverwaltung“ (ASV-BW), deren Entwicklung 2007 begann und bisher 24,5 Millionen Euro kostete, wurde zwar 2017 offiziell als „betriebsbereit“ abgenommen, kommt aber noch nicht wie geplant flächendeckend zum Einsatz. Bei der digitalen Bildungsplattform „Elektronische Lehr- und Lernassistenz“ (Ella) läuft nach Technik-Problemen eine Projektprüfung.

Bei ASV gebe es Abstimmungsprobleme mit der zentralen Datenbank ASD-BW, sagte Kultus-Staatssekretär Volker Schebesta (CDU). „Das ist eines der Dinge, die wir zusätzlich programmieren und abstimmen müssen.“ Für „Ella“ gebe es keinen belastbaren Zeitplan. „Die Begutachtung läuft, wir warten das Ergebnis ab, bevor wir mit weiteren Ankündigungen rausgehen.“

Der FDP-Abgeordnete Timm Kern sprach von einer „höchst unerfreulichen Entwicklung“. Andere Abgeordnete stimmten zu, auch Elke Zimmer von den regierenden Grünen nannte die Situation „mehr als ärgerlich“, da gebe es „nichts zu beschönigen und drumrum zu reden“.

ASV soll Schulleitern Verwaltungsarbeit erleichtern und Steuerungsdaten für die Politik erzeugen. Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt der Länder Bayern und Baden-Württemberg. In Bayern ist die Software inzwischen verpflichtend an fast allen Schulen im Einsatz, im Südwesten nicht. „Warum schaffen das die Bayern und wir nicht?“, fragte Stefan Fulst-Blei (SPD).

„Ella“, eine Browser-basierte Plattform für Lehrer und Schüler, soll den Unterricht und die Kommunikation an den Schulen verbessern, die Einbindung digitaler Medien ermöglichen und Organisations- wie Verwaltungsarbeit erleichtern. Im Februar sollte ein Testlauf beginnen. Doch der wurde kurzfristig abgesagt – laut Ministerium „aufgrund massiver technischer Probleme“.

Kern und Fulst-Blei kritisierten, dass für das Millionen Euro teure Prestigeprjekt „Ella“ bisher kein Vertrag zwischen dem Land und den Herstellern, zwei öffentlichen IT-Dienstleistern, besteht, sondern nur ein „letter of intent“, eine Absichtserklärung. „Das macht mich schlicht sprachlos“, rügte Kern. Er verlangte Einsicht in das Papier. Axel Habermehl

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Erstellt:
21. April 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
21. April 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 21. April 2018, 06:00 Uhr

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