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Kommentar Insektenschutz

Nicht der große Wurf

. Für Bienen, Käfer und Co. 100 Millionen – das klingt erst mal nach sehr viel Geld. Doch bei genauerem Hinsehen auf den „Aktionsplan Insektenschutz“ muss man leider sagen: Der große Wurf ist das nicht geworden.

11.10.2018

Von IGOR STEINLE

Berlin Anstelle mit breiter Brust ein Ausstiegsdatum für das Pflanzengift Glyphosat zu fordern, ist lediglich von einem „Einstieg in den Ausstieg“ die Rede. Das ist insofern verwunderlich, da ein Verbot des Pflanzengiftes eigentlich im Koalitionsvertrag beschlossene Sache ist. Das jedoch hat man sich nicht getraut. Nachweislich zerstört Glyphosat jedoch den Lebensraum der Insekten und ist somit ein Hauptverantwortlicher für das Artensterben, das im aktuellen Jahrzehnt geradezu explodiert ist.

So bleibt zu befürchten, dass nach einer Abstimmung mit dem Landwirtschaftsministerium selbst von diesem halbherzigen Plan nicht mehr viel übrigbleibt. Denn Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat zwar den Willen, aber nicht die Mittel, um effektiv gegen den Insektenschwund vorzugehen. Das liegt im Verantwortungsbereich von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Um das Sterben zu stoppen, bräuchte es einen systemischen Wechsel in der Art und Weise, wie wir unser Essen herstellen. Weg von einem intensiven Einsatz von Gift, hin zu einer ökologischen Landwirtschaft. Das würde letztendlich auch der Gesundheit der Menschen zu Gute kommen.

Dass Klöckner Bienen, wie sie gesagt hat, für systemrelevant hält, könnte sie also beweisen, indem sie sich in der Europäischen Union für einen Wandel der Förderpolitik einsetzt. Ansonsten riskiert sie, dass unsere Kinder Maikäfer nur noch als Schokoladen-Naschwerk kennen.

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Erstellt:
11. Oktober 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
11. Oktober 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2018, 06:00 Uhr

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