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Neymar verkörpert Brasiliens Ungeduld
Kapitän Neymar (vorne) und sein brasilianischer Teamkollege Gabriel Jesus kennen gegen Deutschland nur eins: Gold, sonst nichts. Foto: dpa
Fußball-Finale gegen Deutschland um die Goldmedaille – Revanche für die 1:7-Schmach

Neymar verkörpert Brasiliens Ungeduld

Neymar und Brasilien spielen am Samstag nicht nur um Olympia-Gold. Es geht auch um die Fußball-Ehre. Noch immer ist das 1:7 in den Köpfen.

19.08.2016
  • DPA

Rio de Janeiro. Neymar schweigt. Wer von Brasiliens Superstar erfahren wollte, wie er sich nach dem lockeren 6:0 gegen Honduras fühlte, konnte das höchstens an seinem Gesicht ablesen. Grinsend, aber ohne Worte verließ er das legendäre Maracanã. Brasiliens Fußballer stehen auch dank einer deutlichen Leistungssteigerung ihres Kapitäns nun dicht vor dem ersten olympischen Gold. Und dicht vor der seit zwei Jahren so sehr ersehnten Revanche gegen Deutschland. Die Elf von Trainer Horst Hrubesch war durch einen 2:0-Erfolg gegen Nigeria ins Endspiel eingezogen.

Neymar sagt aber nichts mehr. Dabei dürfte Brasiliens Kapitän weit mehr mit der erschütternden 1:7-Niederlage bei der Heim-WM vor zwei Jahren verbinden, als sie ohnehin schon ist. Ob Taxifahrer, Kellner, Supermarktverkäufer oder Nationalspieler: Alle wissen noch heute, was gemeint ist, wenn von der „vexame“, der Schande, geredet wird. Für Neymar aber hatte die Schande noch einen besonderen Beigeschmack: weil er nicht dabei war. Wegen einer Verletzung war er 2014 für das Halbfinale ausgefallen und hatte sich die Pleite am Fernseher ansehen müssen.Was der Stürmer des FC Barcelona nun wirklich über die Deutschen denkt, sagt er derzeit nicht. Brasilien war ziemlich schwach ins olympische Turnier gestartet. Zwei Unentschieden gegen Südafrika und Irak gelangen zum Auftakt, angelastet wurde das hauptsächlich Neymar. Dann passierte in Brasilien das, was oft in Brasilien passiert. Ehemalige Fußballer meldeten sich zu Wort, um über aktuelle Fußballer zu reden. Der frühere Nationalspieler Zico zum Beispiel fand: „Der Kapitän unserer Mannschaft bringt nicht die Voraussetzung dafür mit, Kapitän zu sein.“ Neymar sagte dazu nichts.

Erst im Anschluss kamen die Brasilianer in Fahrt. Sie besiegten den Gruppenersten Dänemark mit 4:0, im Viertelfinale war Kolumbien (2:0) an der Reihe. Nun gab es auch gegen Honduras ein Spektakel, nach 15 Sekunden erzielte Neymar das schnellste Tor der Olympia-Geschichte. Wie es denn Neymar nun gehe, musste Trainer Rogerio Micale anschließend beantworten. „Neymar ist glücklich, die Gruppe ist für ihn da. In der vergangenen Woche hat er eine Menge einstecken müssen“, sagte der Coach. Brasilien braucht im Finale einen starken, selbstbewussten Neymar. Nicht nur das 1:7 gegen Deutschland sitzt bis heute tief, bei der Copa América Centenario flog die Seleção sogar schon in der Vorrunde raus. Alles andere als Gold wäre ein erneuter Rückschlag.

„Die Leute wollen Gold“, sagte Doppeltorschütze Gabriel Jesus. „Wir werden im Finale in der gleichen Form spielen, um den Gold-Traum für uns Brasilianer zu erfüllen.“ Ob er Lust auf eine Revanche hätte, wurde Renato Augusto gefragt.„Das war eine andere Zeit und ein anderes Team“, sagte er.

Vor dem Männer-Finale steigt aber noch das der Frauen heute (22.30 Uhr MESZ). Ihre Abschiedsvorstellung möchte Silvia Neid in vollen Zügen genießen. „Ich werde jede Minute dieses Spiels aufsaugen“, sagte die Bundestrainerin voller Vorfreude. Denn wenn die deutschen Fußballerinnen im Finale gegen Schweden um Gold kämpfen, wird die 52-Jährige in ihrem 180. und letzten Spiel auf der deutschen Trainerbank ganz besondere Emotionen durchleben: „Das kann und will ich nicht ausblenden.“

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19.08.2016, 06:00 Uhr
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