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Sperrung im Ammertal

Neuralgischer Punkt in Reusten

Die B 296 wird ab Montag im Ammertal streckenweise gesperrt. An Ostern geht es mit den Baustellen für die Regionalstadtbahn dann richtig los.

30.03.2019

Von Lisa Maria Sporrer

Kein Scherz: Vom 1. April an führt kein direkter Weg mehr von Tübingen nach Herrenberg. Auf der Bundesstraße B 296 warnen die Schilder bereits vor der Baustelle, hier kurz hinter dem Abzweig nach Breitenholz. Bild: Marko Knab

Unverständnis, Unmut und Unbehagen äußerten die Anwohner Altingens: In den Osterferien beginnen die Bauarbeiten für die Regionalstadtbahn Neckar-Alb mit Streckensperrungen zwischen Entringen und Herrenberg. Aber damit nicht genug: Zu Beginn der Sommerferien gehen die Vollsperrungen weiter und ziehen sich bis in den Spätherbst. „Wir wissen, dass wir Ihnen einiges zumuten. Auch in den nächsten Jahren“, sagte Dieter Braun, Verkehrsexperte beim Landkreis Tübingen und Geschäftsführer des kommunalen Ammertalbahn-Zweckverbandes.

Besonders in der Kritik stand auf der Informationsveranstaltung am Donnerstagabend in Altingen die Sperrung der B 296 auf Höhe der Autobahnmeisterei bis auf Höhe Breitenholz. „Ab kommenden Montag wird dort gebaut. Warum bekommen wir die Informationen erst jetzt?“, fragte ein Mann. „Das ist schließlich schon seit Jahren bekannt.“ Der Straßenbau habe den Stadtbahn-Bauarbeiten übel mitgespielt, sagte Braun. „Wir haben das auch sehr kurzfristig erfahren, so dass sich Überschneidungen mit der Sperrung der Ammertalbahn nicht mehr vermeiden ließen.“

Auf der B 296 soll bei Kayh eine neue Verbindungsrampe von der K1040 zur Bundesstraße gebaut werden. Außerdem soll die B 296 zwischen Kayh und Altingen ausgebaut, und zwischen der Autobahn-Anschlussstelle und der Kreisgrenze bei Breitenholz saniert werden. Die offizielle Umleitungsstrecke führt über Gültstein nach Altingen und weiter über Reusten, Poltringen und Pfäffingen auf die B 296.

Die Ortsdurchfahrt von Reusten wird dabei zu einem neuralgischen Punkt. Seit knapp einem halben Jahr ist sie an einer Stelle wegen einer privaten Baumaßnahme nur halbseitig befahrbar. Weil eine Stützmauer an dieser Stelle wacklig ist, muss diese Stützmauer mit ausreichendem Abstand umfahren werden. „Wir planen, dort eine Ampel aufzustellen“, sagte Braun. Ansonsten sei zu befürchten, dass sich der Verkehr in eine Richtung zu stark staue. „Wenn sich eine Reihe erstmal die Fahrt erkämpft hat, wird es für die andere Reihe schwierig“, so Braun.

Dass diese Engstelle immer noch nicht behoben sei, ärgerte einen Mann bei der Informationsveranstaltung: „Diese Engstelle besteht nun schon seit vier Monaten.“ Das habe mit Gutachter-Streitigkeiten zu tun, sagte Braun. „Das ist langwierig und ärgerlich. Aber es ist nun mal so.“

Die Sperrung der B 296 ist aber nur der Anfang einer lang anhalten Bauphase im Ammertal: Vom 13. bis zum 28. April wird der Zugverkehr zwischen Entringen und Herrenberg eingestellt. Zwischen Entringen und Herrenberg fahren dann Ersatzbusse mit Halt in Altingen und Gültstein. Zusätzlich soll jede Stunde zwischen Pfäffingen und Herrenberg ein Schnellbus fahren – ohne Zwischenhalt.

In den Sommerferien gibt es zwei weitere Einschränkungen: Vom 27. Juli bis zum 11. August wird die komplette Strecke gesperrt. Wie im vergangenen Jahr werden Schnellbusse über Entringen eingesetzt. Der Regionalbusfahrplan soll dann neue Busanschlüsse in Pfäffingen und Entringen bekommen und am Wochenende einen eigenen Takt.

Vom 11. August bis 10. September wird dann erneut der Zugverkehr zwischen Entringen und Herrenberg eingestellt. Die Kritik, dass es für ältere Menschen unmöglich sei, in Herrenberg innerhalb von vier Minuten einen Anschlusszug zu bekommen, beantwortete der Nahverkehrsexperte Gerhard Schnaitmann mit der Notwendigkeit der Baumaßnahmen: „Zwischen Herrenberg und Entringen können sich Züge bisher nur in Entringen begegnen.“ Daher sei eine knappe Taktung bisher notwendig. „Aber das ist ja auch der Grund, warum wir da dringend bauen müssen. Wir brauchen eine Doppelspur.“

Aber auch nach den Sommerferien wird es für die Ammertäler nicht überstanden sein: Vom 11. September bis 3. November wird es keinen Zugverkehr zwischen Entringen und Altingen geben. Zwischen Altingen und Herrenberg soll in diesem Zeitraum ein Zugpendelverkehr eingerichtet werden.

Mit Sicherheit werde es in diesen Bauzeiten zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen, sagte Braun. „Wir haben aber in den Bauphasen immer die Möglichkeit, gewisse Maßnahmen anzupassen.“ Weitere Ampeln etwa, oder Tempo-30-Zonen.

Wer sich auskennt, ist schneller

Ortskundige Fahrer können die Umleitungsstrecke über Reusten vermeiden: Vom Gültsteiner Gewerbegebiet kann man auf der Kreisstraße bis nach Kayh fahren, durch den Ort durch, und an der Einmündung Richtung Entringen auf die B 296 fahren nach Entringen und Tübingen. Auch in der Gegenrichtung ist das möglich. Weil sich die enge und kurvige Ortsdurchfahrt in Kayh nicht für Schwerlastverkehr eignet, wird sie offiziell nicht als Umleitung ausgeschildert. Aber dieser Schleichweg ist nur bis Pfingsten befahrbar: In den zwei Wochen Schulferien wird der Abschnitt von der Autobahnmeisterei bis zur Einmündung nach Breitenholz gesperrt. Auch von Reusten aus gibt es einen Geheimweg: Dort kann man auf die enge Verbindungsstraße nach Oberndorf abbiegen, um nach Tübingen zu gelangen.

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Erstellt:
30. März 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
30. März 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 30. März 2019, 01:00 Uhr

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