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Keime töten Frühchen

Neugeborene in Berliner Klinik von Darm-Bakterien befallen

Wieder sind Keime auf einer Säuglingsstation aufgetaucht. Diesmal ist Deutschlands größte Uniklinik in Berlin betroffen. Ein Baby ist gestorben. Die Herkunft des Erregers ist noch unklar.

22.10.2012

Von AFP

Berlin Ein frühgeborenes Baby ist nach einem Keimbefall an zwei Frühchenstationen der Berliner Klinik Charité gestorben. Wie die Universitätsklinik am Wochenende mitteilte, wurde wegen der Infektionen mit so genannten Serratia-Bakterien ein Aufnahmestopp für die betroffenen Stationen verhängt. Nach Auskunft der Klinik sind sieben weitere Babys durch Infektionen mit den Keimen erkrankt.

Das verstorbene Baby war nach einer Behandlung am Campus Virchow-Klinikum der Charité im Deutschen Herzzentrum in Berlin operiert worden. Es erlag anschließend einer Blutvergiftung. Wie eine Charité-Sprecherin auf Anfrage mitteilte, war das Frühchen vor der Verlegung an das Herzzentrum negativ auf die Serratien getestet worden. Im Nachhinein seien aber die Keime dann doch nachgewiesen worden. "Die Todesursache kann dem Keim zugeordnet werden", zitierte der Berliner "Tagesspiegel" den ärztlichen Direktor der Klinik, Ulrich Frei.

Der Zustand der erkrankten Frühchen habe sich inzwischen stabilisiert, hieß es weiter. Serratien sind Bakterien, die bei vielen Menschen zur Darmflora gehören und in der Regel kein Risiko darstellen. Bei Patienten mit eingeschränkter Immunabwehr oder eben bei Frühgeborenen können diese Bakterien allerdings Infektionen verursachen.

Der Keimausbruch war laut Charité am 8. Oktober festgestellt und umgehend dem Gesundheitsamt gemeldet worden. Seither seien die Keime außer an den erkrankten Frühchen noch an 15 weiteren der kleinen Patienten nachgewiesen worden, ohne dass diese Krankheitssymptome aufwiesen. Es seien umfangreiche Schutzmaßnahmen eingeleitet worden. Dazu gehörte auch eine Teilung der beiden betroffenen Stationen nach infizierten und nicht infizierten Patienten, denen jeweils unterschiedliches Pflegepersonal zugeordnet wurde.

Erste Probleme mit Serratien hatte es an der Charité nach deren Angaben bereits im Juli gegeben. Damals habe höchstwahrscheinlich eine infizierte Mutter das Bakterium an ihr Neugeborenes weitergegeben.

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Erstellt:
22. Oktober 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Oktober 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2012, 12:00 Uhr

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