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Bombastisch für Barbie-Fans

Neuer Sender Zee.One zeigt nur Filme aus indischer Traumfabrik

Heute startet der Fernsehsender Zee.One mit einem Programm ausschließlich aus Bollywood. Senderchefin Friederike Behrends glaubt an das Projekt.

29.07.2016
  • BRITTA SCHULTEJANS, DPA

München. Frau Behrends, welche Zielgruppe versprechen Sie sich?

FRIEDERIKE BEHRENDS: Frauen zwischen 19 und 59. Und wir lassen uns überraschen, wer darüber hinaus noch Bollywood-Fan wird. Auf Facebook zeichnet sich bislang ein sehr junges Publikum ab. Viele junge Mädchen sind verrückt nach Bollywood. Im Programm geht es um Schönheit, Tanz, es ist sehr farbenfreudig. Auch viele Menschen mit türkischen oder arabischen Wurzeln, insbesondere Mädchen, die hier leben, haben eine Affinität zu Bollywood-Filmen – aber deutsche Mädchen genauso. Wer Barbie mag, mag auch Bollywood.

So ein ganz großes Mainstream-Publikum hat das Bollywood-Kino in Deutschland aber nicht, oder?

BEHRENDS: Das, was wir hier kennen, ist ja auch nur ein kleiner Teil von Bollywood. Bollywood ist nicht nur kitschig, es ist eine der größten Filmindustrien der Welt mit Wahnsinns-Spektrum. Es gibt Action, Horror, Dokumentationsfilme. Es gibt jedes Genre. Und wir wollen Bollywood aus der Nische holen.

Das Indien-Bild war zuletzt nicht nur bunt, sondern auch durch schreckliche Ereignisse wie brutale Vergewaltigungen und ein fragwürdiges Frauenbild geprägt. Gibt es ein sozialkritisches Bollywood-Kino?

BEHRENDS: Das sind nicht die Filme, mit denen wir starten wollen. Unser Motto ist „I feel Bolly Good“, und danach haben wir auch die Filme ausgewählt. Wir haben im September das Motto Powerfrauen. Da sind fast nur selbstbewusste, starke, gleichberechtigte Frauen, die auf Augenhöhe mit Männern agieren.

Es soll Eigenproduktionen aus Deutschland geben. Was hat man sich darunter vorzustellen?

BEHRENDS: Ein Bollywood-Magazin zum Beispiel, in dem es auch um andere Elemente wie Kochen oder Reisen gehen kann. Wir können uns sehr viel vorstellen. Mit den Eigenproduktionen schaffen wir ja auch nochmal ein ganz spezielles Gesicht des Senders in Deutschland. Wir arbeiten ansonsten ganz eng mit unseren internationalen Kollegen zusammen. Ein Teil des Digitalteams sitzt in den USA, ein Teil des Content-Teams in Mumbai, das Programm kommt zunächst vor allem aus Großbritannien. Für Deutschland wird aber alles extra synchronisiert. Es sind fast alles TV-Erstausstrahlungen.

Welche Marktanteile wollen Sie erreichen?

BEHRENDS: Ich möchte keine Zahlen nennen, aber wir wollen schon eine große Masse erreichen. Es soll sich für das Unternehmen rechnen.

Was haben Sie denn als größte Konkurrenz ausgemacht?

BEHRENDS: Wir sind konkurrenzlos.

Gerade dieses Klischeebehaftete – Liebe, Tanz, Musik und Kitsch – ist aber doch das, womit Sie Ihre Zuschauerinnen abholen wollen, oder?

BEHRENDS: Ja, das ist eine Herausforderung. Wir wollen die Leute aber auch mitnehmen und Ihnen mehr zeigen. Es ist beides.

Ist auch was für Jungs dabei?

BEHRENDS: Ja! Viel Action! Und schöne Frauen sind doch auch was für Jungs – im Gegensatz gibt es dann für die Frauen schöne Männer mit Sixpack.

Worin sehen sie inhaltlich die größten Unterschiede zwischen Bollywood- und Hollywood-Filmen?

BEHRENDS: Musik ist in Bollywood-Filmen ein Element der Handlung und das ist schon sehr besonders. Allerdings glaube ich, dass sich die Geschmäcker, dadurch, dass die Welt kleiner geworden ist, angeglichen haben. Das sieht man ja auch daran, dass die beiden indischen Superstars Priyanka Chopra und Deepika Padukone gerade als Bondgirls gehandelt werden. Ein Unterschied ist auch, dass in Bollywood alles ein bisschen bombastischer und viel opulenter ist.

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29.07.2016, 06:00 Uhr
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