Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Norwegen

Neuer Grenzzaun für Europa

Norwegen baut nun auch einen Zaun – und zwar an seiner arktischen Grenze zu Russland. Dort waren 2015 vermehrt Flüchtlinge ins Land gekommen.

30.08.2016
  • ANDRÉ ANWAR

Oslo. Bevor der erste Winterfrost kommt, soll er fertig sein. Norwegen hat sich entschieden, an seiner ruhigen, nur knapp 200 Kilometer langen arktischen Grenze zu Russland einen Grenzzaun aus Stahl zu errichten. Dort gibt es nur einen Grenzübergang beim Örtchen Storskog. Der Zaun ist 3,5 Meter hoch und 200 Meter lang. Er schließt eine Lücke bis zu einem See und auf der anderen Seite bis zu einem Rentierzaun.

Nachdem sich die Schreckensmeldungen über gefährliche Mittelmeerrouten in die EU gehäuft hatten, und immer mehr Länder ihre Grenzen schlossen, wurde im Internet verbreitet, dass die so genannte arktische Route ein viel komfortablerer und preiswerterer Weg direkt in Europas reichstes Land sei. Und so kamen 2015 bis in den November rund 5500 Flüchtlinge auf diesem Wege nach Norwegen.

Vor allem wohlhabendere Syrer machten sich auf den Weg, oft Assad-Anhänger, die schon seit einigen Jahren in Russland lebten. Sie flogen von Moskau in die Polarhafenstadt Murmansk. Dort übernachteten sie in Hotels, am Morgen ging es mit Bussen oder Taxen nach Nikel weiter, dem letzten russischen Ort vor der Grenze. In Nikel kauften sie Fahrräder zu Wucherpreisen und radelten die letzten sieben Kilometer nach Norwegen, wo sie Asylanträge stellen konnten. Taxi- oder Busfahrer laufen Gefahr, sich als Schlepper strafbar zu machen, wenn sie von Nikel aus Flüchtlinge zur Grenze transportieren. Gleichzeitig erlaubt Russland, das sich ansonsten freundlich passiv gegenüber den Flüchtlingen verhält, nicht, die letzte Strecke zu Fuß zu passieren.

Das wohlhabende Norwegen mit seinen 5,2 Millionen Einwohnern ist nicht EU-Mitglied, aber als Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) und des Schengenraums eng mit der EU verbunden. Die betont einwanderungskritische Regierung aus Konservativen und Rechtspopulisten handelte schnell. Eine Internet-PR-Gegenkampagne wurde in Arabisch unter dem Tenor „Bleibt weg“ gestartet. Die Asylregeln wurden drastisch verschärft. Im Juni meldete die Einwanderungsbehörde, dass die Anzahl der Asylbewerber in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 95 Prozent gesunken ist.

Menschenrechtler kritisieren den Grenzzaun wie auch Rune Rafaelsen, der Bürgermeister der Grenzkommune – er sagt: „Ich sehe keinen Grund für einen Zaun.“ Die Region lebe auch vom Handel mit den Russen. Die Regierung sieht im Zaun hingegen eine „notwendige Sicherheitsmaßnahme“. Die Schengen-Außengrenze müsse geschützt werden.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

30.08.2016, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.
Heute meistgelesenNeueste Artikel

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular