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Autoproduzenten

Neuer Eigentümer sieht für Opel rosige Zukunft

Der Verkauf der GM-Tochter an PSA soll zumindest vorerst keinen Arbeitsplatzabbau mit sich bringen. Die Franzosen haben große Pläne.

07.03.2017

Von ROLF OBERTREIS

Ein Handschlag unter Partnern besiegelte den Opel-Verkauf: GM-Chefin Mary T. Barra, PSA-Chef Carlos Tavares und Opel-Chef Karl Thomas Neumann. Foto: afp

Paris. Die Zukunft unter der Regie von PSA Peugeot sieht rosiger aus als unter dem US-Autoriesen General Motors (GM). Davon sind nicht nur PSA-Chef Carlos Tavares und Opel-Chef Karl-Thomas Neumann überzeugt, sondern auch Branchen-Experten. PSA will sich dabei an bestehende Zusagen für Arbeitsplätze und Werke halten. Fragen und Antworten zur Übernahme.

Wie ist Opel in Deutschland aufgestellt? Neben dem Stammwerk am Unternehmenssitz in Rüsselsheim betreibt Opel Werke in Eisenach und Kaiserslautern. In Rüsselsheim sind rund 14?200 Menschen beschäftigt, davon 4000 im Automobilwerk und knapp 7400 im Technischen Entwicklungszentrum. In Eisenach, wo kleinere Modelle von Opel vom Band laufen, arbeiten 1850 Frauen und Männer. Im Komponentenwerk in Kaiserslautern beschäftigt Opel 2130 Menschen. Das Werk in Bochum wurde vor zwei Jahren geschlossen. Hier wurde aber ein Logistikzentrum eingerichtet. 700 Menschen arbeiten dort.

Sind die Arbeitsplätze bei Opel sicher? Zumindest bis Ende 2018 gilt ein Beschäftigungssicherungsvertrag, der Kündigungen in Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach ausschließt. Für das Logistik-Zentrum in Bochum gilt dies nach Angaben des dortigen Betriebsrates bis mindestens 2020. PSA-Chef Carlos Tavares hat zugesichert, dass er sich daran halten wird. Was danach komme, müsse konstruktiv besprochen werden. Er betonte aber auch, dass ein Arbeitsplatzabbau nicht im Vordergrund stehe, schließlich habe Opel gute und kreative Mitarbeiter. PSA selbst hat allerdings seit 2011 rund 34?000 Jobs auf 89?000 abgebaut.

Sind die Werke von Opel in Deutschland bedroht? Auch hier gibt es eine Standortvereinbarung, die die Werke bis 2022 sichert, bis 2020 hat sich GM ausdrücklich zu Investitionen in die Standorte Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach verpflichtet. PSA-Chef Tavares sicherte zu, es seien keine Werksschließungen geplant, PSA selbst habe auch in Frankreich kein Werk geschlossen. Opel und GM haben neben der Fabrik in Bochum auch das Werk im belgischen Antwerpen und im portugiesischen Azambuja geschlossen. Seit 2008 hat Opel in Europa 20?00 Jobs gestrichen.

Gibt es Zusagen von GM? 2013 hatte GM Opel Investitionen von rund 4 Mrd. EUR zugesichert, zum Erhalt der Standorte und für die derzeit laufende größte Modelloffensive. Seit 2014 und bis 2018 bringt Opel 27 neue Modelle auf den Markt und entwickelt 17 Motoren. Dem 2013 verabschiedeten Wachstumsplan „Drive!2022“ zufolge will Opel zusammen mit der britischen Schwestermarke Vauxhall bis 2022 in Europa einen Marktanteil von 8 (aktuell 6,4 Prozent) und in Deutschland von 10 Prozent (aktuell 7,3 Prozent) erreichen. Außerdem strebt das Unternehmen eine Gewinnmarge von 5 Prozent an.

Was sagen Betriebsrat und IG Metall? Der Opel-Gesamtbetriebsrat und die IG Metall wollen ihre Zustimmung davon abhängig machen, ob unter dem Dach von PSA ein Zukunftsplan für Opel entwickelt werden kann. Laut Betriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug bleibt die umfassende Unternehmensmitbestimmung erhalten. Die Opel-Beschäftigten erwarteten langfristige Sicherheit für ihre Arbeitsplätze, betont IG Metall-Bezirksleiter Jörg Köhlinger.

Wie ist die Lage von Opel? 2016 ist aus dem erhofften Gewinn nichts geworden, wegen angeblicher Verluste durch den Brexit und die Abwertung des britischen Pfundes. Trotzdem konnte das Betriebsergebnis um 600 Mio. Dollar (565 Mio. EUR) auf ein Minus von 257 Mio. Dollar (242 Mio. EUR) verbessert werden.

SWP Grafik; Quelle: dpa Foto: SWP Grafik; Quelle: dpa

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Erstellt:
7. März 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
7. März 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. März 2017, 06:00 Uhr

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