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Der Albbahnhof kann kommen

Neue Wirtschaftlichkeits-Berechung ermöglicht Finanzierung durch das Land

Die Bahn kommt auf die Alb, das Stuttgarter Verkehrsministerium meldet den Durchbruch. "Das Geld für das Projekt steht prinzipiell zur Verfügung", sagte der Sprecher von Ministers Winfried Hermann gestern.

01.10.2015
  • MATTHIAS STELZER

Stuttgart/Merklingen Detailberechnung der Gutachter brachten die Wende: Ein Bahnhalt in Merklingen (Alb-Donau-Kreis) an der Schnellbahnstrecke Stuttgart-Ulm ist wirtschaftlich. Und das, obwohl der Albbahnhof bei der Erstvorlage der Machbarkeitsstudie durchgerauscht war. "Wir haben im Rahmen des rechtlich Zulässigen nachgearbeitet", erklärte Edgar Neumann, Sprecher des Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne).

So könne durch eine Optimierung der betrieblichen Abläufe und durch zusätzliche Investitionen auf der Strecke Ulm-Lindau auf die ursprünglich als notwendig angesehene Anschaffung schnellerer Züge verzichtet werden. Damit würde ein beträchtlicher Kostenblock entfallen, das Projekt liege deutlich jetzt über dem für die Finanzierung aus dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (LGVFG) geforderten Kostennutzenfaktors von 1,0. Je nachdem, ob für den Regionalverkehr auf der Schnellbahntrasse "gute Gebrauchtfahrzeuge" oder neue Züge beschafft würden, liege er bei 2,23 oder 1,13.

"Die Berechnungen der Gutachter sind eindeutig", sagte Neumann. Da sein Minister ja schon mehrfach betont habe, dass "er selbst das Projekt will", stehe der Verwirklichung nichts mehr im Wege. Allenfalls müsse für den Fall, dass das LGVFG-Programm schon zu überbucht sei, noch geschaut werden, ob es andere Töpfe gibt. Gespräche mit dem Finanzministerium von Nils Schmid (SPD) stünden jetzt an. "Geld ist jetzt theoretisch da, es bleibt nur noch die Frage, wo man es jetzt herholt", sagte Neumann. Zumindest, wenn der Förderantrag, der fürs Projekt noch gestellt werden muss, positiv beschieden wird.

Mit größeren Widerständen gegen das 21 Millionen Euro teure Bauprojekt und die Beschaffung der schnelleren Züge rechnet man im Ministerium nicht mehr. Auch wenn Geislingen (Kreis Göppingen), die eine Schwächung der Kommunen an der Bahnstrecke im Filstals befürchtet, gestern Abend im Gemeinderat eine Resolution gegen den Halt beschlossen hat, sehe man in Stuttgart vor allem eine breite Unterstützung des Projekts.

Beistand, den der Albbahnhof vor allem auch aus der Region erfuhr. Acht Städte und Gemeinden der Laichinger Alb beteiligen sich mit insgesamt 13 Millionen Euro an den Kosten, der Alb-Donau-Kreis wird künftig jährlich eine Million Euro in die Hand nehmen, um den Bus-Zubringerverkehr zu finanzieren, die Wahlkreisabgeordneten aus Bundestag und Landtag warfen sich für das Projekt in die Bresche. Allen voran die beiden Landtagsabgeordneten der Regierungsparteien Jürgen Filius (Grüne) und Martin Rivoir (SPD).

"Wir freuen uns sehr, dass der Bahnhalt Merklingen in der aktualisierten Nutzen-Kosten-Untersuchung seine Wirtschaftlichkeit beweisen konnte", freuten sich die beiden Politiker gestern in einer gemeinsamen Presseerklärung. "Aus meine Sicht brennt da nichts mehr an", sagte Filius gestern. Rivoir, inzwischen OB-Kandidat in Ulm, beschrieb Rivoir die Lobbyarbeit für den Bahnhof: "Wir mussten an allen Ecken und Enden drücken."

Der Einsatz war offenbar erfolgreich. Denn nach dem finanziellen Go aus dem Ministerium bestätigte gestern auch die Bahn zu ihrer Zusage, den Albbahnhof zu bauen, wenn dadurch die Inbetriebnahme der Neubaustrecke 2021 nicht verzögert wird. "Wir stehen dazu, dass wir den Bahnhof bauen, wenn die Finanzierung gesichert ist, der Haltepunkt den Betriebsablauf des Schnellzug-Verkehrs nicht beeinträchtigt und die Arbeiten sich in den Bauablauf der Strecke einfügen", sagte ein Sprecher der Bahn. Er betonte einmal mehr, dass die Zeit drängt. "Wir müssten irgendwann nächstes Jahr Baurecht haben." Deshalb gehe es jetzt auch darum, möglichst schnell den nächsten Schritt zu gehen: "Wir brauchen eine Finanzierungsvereinbarung."

Verhaltene Freude macht sich im Ulmer Landratsamt breit. "Es ist erfreulich, dass das Land nun einen Weg gefunden hat, den Kosten-Nutzen-Faktor und die Finanzierungsmöglichkeiten für den Bahnhalt Laichinger Alb positiv darzustellen", lässt die Verwaltung des Alb-Donau-Kreises verlauten. Man gehe davon aus, dass das Land auch die "für die Realisierung notwendige Projektträgerschaft sicherstellt".

Neue Wirtschaftlichkeits-Berechung ermöglicht Finanzierung durch das Land
Ortstermin Ende August. Die Initiatoren zeigen Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne, 3. v. l.) das vorgesehene Gelände für den Halt. Foto: Joachim Striebel

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01.10.2015, 12:00 Uhr
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