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Anpfiff · Basketball

Neue Luft

Nächsten Monat fahren sie wieder zurück nach Warschau, die Taylors. In die Hauptstadt von Polen. Im Nachbarland, dessen Basketball-Nationalmannschaft Mike Taylor seit einem Jahr trainiert. In Deutschland hat sich der 43-Jährige vor allem einen Namen gemacht als Coach des Tübinger Erzrivalen Ulm (2003 bis 2011).

24.10.2015
  • Tobias Zug

Weil er als Nationaltrainer nicht täglich gefordert ist, wie er sagt, kommt Taylor immer mal wieder wie jetzt für mehrere Wochen nach Tübingen. Familienurlaub: Taylors Ehefrau Alice ist aus Tübingen, ihr Vater Gerry war langjähriger Center der Tübinger.

Die Schimpfwörter hat Taylor schon drauf auf Polnisch. Damit ist sein Wortschatz an der Sprache allerdings schon fast erschöpft. „Für mich war es schon sehr schwer, Deutsch zu lernen“, sagt der US-Amerikaner, „eine dritte Sprache bekomme ich nicht mehr hin.“ Mit den Spielern kommuniziert er auf Englisch und den paar polnischen Kraftausdrücken. Im westlichen Teil Polens komme er auch gut mit seinen Deutschkenntnissen durch, sagt Taylor. Jedenfalls schwärmt er von seinem Job, vom Land, von Warschau („große Shopping-Malls, aber auch faszinierende alte Gebäude“): „Ich bin sehr dankbar für die vergangenen Jahre, genieße wirklich die Arbeit hier.“ Und versucht sich in der Metapherwelt, um seine bisherige Arbeit zu beschreiben: „Wir haben neue Luft ins polnische Basketball gebracht.“

Bei der Europameisterschaft in diesem Jahr erreichten die Polen mit Taylor das Achtelfinale, was „für Enthusiasmus gesorgt hat“, wie Taylor sagt, „und darauf bin ich am meisten stolz.“ Ein paar erfolgreiche Protagonisten sorgen in dem sportbegeisterten Land immer für einen recht raschen Übergang von Defätismus zu Euphorie. Adam Małisz brachte einst mit seinen Siegen das Skispringen unters Volk – Olympiasieger Kamil Stoch fing überhaupt wegen dem viermaligen Weltmeister an, zu springen. Fußball ist jetzt noch salonfähiger geworden wegen Bayern-Star Robert Lewandowski, dessen Lebensgeschichte(n) in allen Zeitungen gerade rauf- und runtergerattert wird. „Bild“-Ableger „Super Express“ stellte gar Trainer und Funktionäre vor aus Lewandowskis Warschauer Jugendzeit, die dessen Talent nicht erkannt hatten.

Im Basketball ist das große Idol Marcin Gortat, der in der stärksten Liga der Welt spielt, der Nordamerikanischen Basketball-Liga (NBA). Auch sein Trainer outet sich als Gortat-Fan: „Ich weiß nicht, ob es in den USA noch einen Spieler gibt, der so viel für sein Land macht. Er macht so viele wunderbare Sachen, repräsentiert Polen wie kein anderer in den USA.“ Gortat hat eine Stiftung, die junge polnische Sporttalente fördert. Außerdem engagiert er sich unter anderem für Soldaten in Polen. „Ich hoffe, wir können mit diesem Spirit die nächste Generation in Polen begeistern für diesen Sport.“

Auch wenn es sein großes Ziel ist, mal in der NBA zu arbeiten: Mike Taylor sagt, er genieße die Zeit in Polen („ich bin sehr glücklich mit meinem Job“), die Arbeit mit seinem Sportdirektor Marcin Widomski („er ist großartig, wir genießen zusammen die Trips in Europa oder USA“) und auch die Auszeiten in Tübingen. Denn etwas Rummel herrscht um Taylors Person in Polen schon. Einmal tippte ihm bei einem Match eine Frau auf die Schultern: Wie ihm denn ihre Basketballschuhe gefallen? Der verdutzte Taylor kannte die Dame gar nicht und nickte nur: „Nice.“ Kurz danach wurde ihm erklärt, dass dies die Ehefrau von Robert Lewandowski war, eine Karatekämpferin, die sich in den sozialen Netzwerken gerne mit Prominenten schmückt. Taylor schmunzelt. „Das Leben macht uns gerade Spaß“, sagt er.

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24.10.2015, 12:00 Uhr
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