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Neue Hubschrauber für die Elitekämpfer
Laupheimer H145M fliegen bald Calwer KSK-Soldaten

Neue Hubschrauber für die Elitekämpfer

Der Flugplatz der Bundeswehr in Laupheim erhält eine neue Hubschrauber-Generation: Die H145M von Airbus Helicopters in Donauwörth. Die Maschinen sollen künftig KSK-Soldaten zu ihren Einsätzen fliegen.

09.12.2015
  • WILLI BÖHMER

Donauwörth/Laupheim. Großer Bahnhof für einen neuen Hubschrauber im Hangar C 9 der Firma Airbus Helicopters in Donauwörth. Doch der Star der Veranstaltung bleibt ruhig: Nebel verhindert eine Flugshow von H145M. Gefeiert wird trotzdem: Die ersten zwei Maschinen hat die Bundeswehr schon erhalten. Sie werden am Horst Laupheim (Kreis Biberach) stationiert. 13 weitere folgen bis Ende 2017. Samt Sonderausstattung kosten die Maschienen 194 Millionen Euro.

Die Helikopter und ihre Crews erhalten eine besondere Aufgabe: Die Maschinen sind in erster Linie dafür vorgesehen, Soldaten des in Calw stationierten Kommandos Spezialkräfte (KSK) zu ihren oft gefährlichen Einsätzen zu fliegen. Das Hubschraubergeschwader 64, das in Laupheim stationiert ist, wird eine eigene Staffel für "die Neuen" aufstellen, sagte Geschwaderkommandeur Oberstleutnant Stefan Demps gestern in Donauwörth.

Neu sind die Maschinen und der Typ - die Aufgabe ist es nicht. Schon seit Jahren üben Piloten, die in Laupheim stationiert sind, gemeinsam mit den Spezialeinsatzkräften der Bundeswehr. Die Helikoptergeneration BO 105 von Messerschmitt-Bölkow-Blohm, mit der sie bislang flogen, ist jedoch in die Jahre gekommen und langsam reif für eine Ablösung.

Die Verträge mit Airbus für das Nachfolgemodell wurden erst im Juli 2013 geschlossen. Die Hubschrauber wurden termingerecht fertig, hielten den Kostenrahmen ein und alle Projektziele ebenfalls, stellte der stellvertretende Leiter des Beschaffungsamtes der Bundeswehr, Oberst Stefan Ott, hörbar zufrieden fest. Das ist fast schon eine Ausnahme in der oft leidvollen Geschichte der Rüstungsprojekte.

Tatsächlich hatte es bei anderen Vorhaben wiederholt deutliche Verzögerungen und Verteuerungen gegeben. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erklärte deshalb zu einem ihrer beiden vordringlichen Ziele, die Beschaffung neuer Rüstungssysteme neu zu ordnen, sagte Markus Göbel, Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium. Auch Karl-Heinz Brunner (SPD), Neu-Ulmer Wahlkreisabgeordneter und Mitglied des Verteidigungsausschusses des Bundestages, zeigte sich gestern zufrieden: Das Beispiel H145M zeige, dass bei Rüstungsprojekten alles gut laufen kann - wenn nicht permanent Projektänderungen nachgeschoben werden, die den Zeitrahmen und die Kosten sprengen. Eine eindeutige Mahnung an das Beschaffungsamt und das Verteidigungsministerium.

Die Laupheimer Piloten, die die neuen Maschinen fliegen sollen, haben ihre Theorieausbildung für die H145M schon hinter sich. Im neuen Jahr wird die Praxis folgen, sagt Kommandeur Stefan Demps. Danach wird die Ausbildung gemeinsam mit den Calwer KSK-Soldaten erfolgen. Denn im Einsatz muss jeder Handgriff sitzen. Brigadegeneral Dag Baehr, der Kommandeur der Truppe, die aus Sicherheitsgründen einer hohen Geheimhaltung unterliegt, kam ebenfalls zur Übergabe der Maschinen von Calw nach Donauwörth.

Der Laupheimer Fliegerhorst wird die beiden fertiggestellten Maschinen in den ersten drei Monaten des neuen Jahres erhalten. Zwei weitere sollen wenige Wochen später folgen. Sie warten derzeit noch auf die Abnahme durch die Bundeswehr. Der Fliegerhorst in Laupheim rüstet sich derzeit für die neuen Maschinen. Eine Halle ist schon fertig errichtet, an anderen wird noch gearbeitet.

Daneben gibt es in Laupheim nach wie vor die Staffeln mit den schweren CH-53 Transporthubschraubern, "unseren Arbeitspferden", sagt Demps. Derzeit sind fünf dieser Maschinen und ihre Crews noch im deutschen Bundeswehrstützpunkt in Masar-i-Sharif in Nordafghanistan stationiert. Wegen der angespannten Lage hat die Nato den Truppenabzug gestoppt, die Bundeswehr stockt derzeit die bisherige Obergrenze von 850 Soldaten auf 980 auf. Die Laupheimer Hubschrauber fliegen auch die Berater und Ausbilder für die einheimische Armee ANA.

Der Flugplatz Laupheim hat eine lange Tradition. Die Arbeiten für diesen Fliegerhorst begannen schon im August 1938, 1940 wurde er übergeben. Im Zweiten Weltkrieg starteten von dort unter anderem Nachtjägerstaffeln. Auf dem Gelände gab es auch eine kleine Produktionsstätte, die einen Vorläufer der Militärhubschrauber konstruierte: den Focke-Achgelis FA 223 Drache.

1964 entstand auf diesem Gelände eine neue militärische Einrichtung für die Heeresflieger. Sikorsky H-34 waren die ersten Hubschrauber, die dort stationiert wurden. Bis Ende 1990 flogen die Heeresflieger aus Laupheim nur Einsätze innerhalb des Nato-Gebietes. Seither aber sind sie in vielen Krisenregionen im Einsatz, im Auftrag der Vereinten Nationen, der Nato oder der Europäischen Union. Sie wurden nach dem zweiten Golfkrieg im Irak eingesetzt, auf dem Balkan, und bis heute in Afghanistan. Der Syrieneinsatz ist für sie noch kein Thema, sagte ein Offizier.

Im Jahr 2010 gab es noch einmal viele Fragezeichen für den Laupheimer Standort. Die Bundeswehrreform stellte auch den Standort im Oberschwäbischen infrage. Letztlich wurde die Besatzung von 1750 Dienstposten auf 1630 verkleinert. Die Soldaten, die blieben, zogen die graue Uniform des Heeres aus und eine blaue an: Seit dem 1. Januar 2013 ist Laupheim wieder ein Luftwaffenstützpunkt.

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09.12.2015, 08:30 Uhr
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