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Dutzende VW-Chefs Mitwisser?

Neue Hiobsbotschaften treffen Volkswagen - Umweltministerin: Industrie soll Kosten tragen

Wer wusste von den manipulierten Abgaswerten bei VW? Laut "Spiegel" waren es nicht nur die "Fehler einiger Weniger", so wie es der Konzern bisher beteuert. Volkswagen dementiert scharf.

15.10.2015
  • DPA

Wolfsburg Beim VW-Abgas-Skandal sollen einem Bericht zufolge Dutzende Manager ihre Finger im Spiel gehabt haben - doch der Konzern wehrt sich entschieden gegen diese Vorwürfe. Nach dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" sollen mindestens 30 Führungskräfte von den jahrelangen Manipulationen gewusst haben. "Die Zahl entbehrt jeglicher Grundlage", sagte ein Konzernsprecher.

Laut "Spiegel" deuten zudem Indizien darauf hin, dass der Kreis der Mitwisser sogar noch größer sei. Das Hamburger Magazin zitierte eine nicht näher beschriebene Quelle, die mit der Aufklärung betraut sei, und beruft sich auf die ersten Ergebnisse der internen Revision sowie der extern mit der Aufklärung betrauten US-Anwaltskanzlei Jones Day.

Am gestrigen Mittwoch öffnete sich noch eine weitere Baustelle: Der Konzern verliert mit Winfried Vahland einen Top-Manager, auf dem große Hoffnungen ruhten für die Aufarbeitung der Krise und den Neustart in den USA. Der 58-Jährige verlässt VW und tritt seine neue Aufgabe in Nordamerika, dem Ursprungsland der Abgasaffäre, nun doch nicht an.

Mit dem Abgang des bisherigen Skoda-Chefs Vahland verliert VW einen seiner erfahrensten Manager. Der Konzern wollte die Trennung, die die Zeitung "Auto Bild" gemeldet hatte, nicht kommentieren.

Vahland wird damit doch nicht - wie Ende September zunächst verkündet - zum Chef für die neu geschaffene Region Nordamerika mit den Märkten USA, Mexiko und Kanada. Konzernkreise bestätigten die Angaben. In den Vereinigten Staaten hatte der Skandal um jahrelang manipulierte Abgaswerte begonnen. Vahland war lange auch als möglicher Nachfolger für Konzernchef Martin Winterkorn gehandelt worden, kam dann aber nach dessen Rücktritt Ende September doch nicht zum Zuge.

Derweil hatte die Spitze des VW-Aufsichtsrates am Dienstagabend abermals bei einer Sitzung über die größte Unternehmenskrise in der VW-Geschichte beraten. Heute versammeln sich zudem die 400 Top-Manager des Konzerns in Dresden. Dort will der neue Vorstandschef Matthias Müller über die Ermittlungen, die anstehenden Rückrufe und die verschärften Sparziele informieren.

Der Skandal beschäftigt indes auch weiter die Politik. So pocht Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) darauf, dass die Autobauer die Kosten neuer Abgaskontrollen tragen. Laut einer EU-Richtlinie soll es neben Labormessungen bei der Zulassung von Fahrzeugtypen auch zusätzliche Stichproben auf der Straße geben, erläuterte Hendricks. "Die dafür notwendigen Kosten soll die Industrie selber übernehmen." Dies sei bei industriellen Anlagen ebenfalls so. "Der Dieselantrieb hat nur dann eine Zukunft, wenn die Industrie beweist, dass sie ihn wirklich sauber bekommt", zitierte die "Süddeutsche Zeitung" die Ministerin.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat sich währenddessen für Anreize zum Kauf von Elektro-Fahrzeugen ausgesprochen. Es seien Anreize - in welcher Form auch immer - nötig, damit der Preisunterschied zwischen einem E-Auto und einem herkömmlichen Fahrzeug reduziert werde, sagte der SPD-Chef. Dazu gehöre auch, dass die öffentliche Hand einen erheblichen Teil ihrer Fahrzeugflotte auf Elektroautos umrüste, damit ein Markt geschaffen werde.

Neue Hiobsbotschaften treffen Volkswagen - Umweltministerin: Industrie soll Kosten tragen
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) fordert, dass Autohersteller die Kosten für neue Abgaskontrollen tragen. Foto: dpa

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15.10.2015, 12:00 Uhr
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