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Neue Denkfabrik für Karlsruhe
Minister Franz Untersteller sammelt Geld bei der Wirtschaft. Foto: dpa
Ressourcen

Neue Denkfabrik für Karlsruhe

Wie kann man weniger Rohstoffe verschwenden und Energie besser einsetzen? Das Land und die Wirtschaft wollen gemeinsam nach Lösungen suchen.

24.11.2017
  • JENS SCHMITZ

Stuttgart/Karlsruhe. Das Projekt soll Pionierarbeit leisten: Eine im grün-schwarzen Koalitionsvertrag geplante Denkfabrik zum nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen und Energie wird ihren Sitz am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bekommen. Das bestätigte ein Sprecher des Umweltministeriums. Die von Wirtschaft und Land gemeinsam getragene eigenständige Einrichtung soll 2018 an den Start gehen.

„Baden-Württemberg ist ein wirtschaftsstarkes, aber ressourcenarmes Land“, heißt es im Koalitionsvertrag aus dem Jahr 2016. „Deshalb wollen wir zum europaweiten Vorreiter in Sachen Ressourceneffizienz werden.“

Manche Schritte auf diesem Weg sind schon getan. Ein „Zentrum für Ultraeffizienzfabriken“ entsteht seit dem Sommer auf dem Campus der Universität Stuttgart; das Projekt „100 Betriebe für Ressourceneffizienz“ hat seine Teilnehmer beisammen; mit zuletzt mehr als 1000 Besuchern tagt in Baden-Württemberg jährlich der deutschlandweit größte Kongress zum Thema.

Jetzt soll der Rohstoffverschwendung noch systematischer zu Leibe gerückt werden: 2018 will die Landesregierung einen gemeinsam mit der Wirtschaft getragenen „Thinktank Industrielle Ressourcenstrategien“ ins Leben rufen. Die Idee geht auf eine Analyse der Landesversorgung mit kritischen Rohstoffen zurück, die die grün-rote Vorgängerregierung in Auftrag gegeben hatte. Das Projekt soll möglichst noch vor der Weihnachtspause ins Kabinett gehen. Nach Darstellung des Umweltministeriums wäre es bundesweit das erste seiner Art.

Angesiedelt werden soll die Denkfabrik am KIT. Dessen Vizepräsident für Innovation und Internationales, Thomas Hirth, übernimmt die Leitung des Steuerungskreises. „Dieser integrative Ansatz – Wirtschaft, Wissenschaft, Politik – ist ein besonderer“, sagte er unserer Zeitung. Er biete die Chance, das Thema ganzheitlich zu betrachten und eine neue Denkrichtung einzuschlagen.

Als Grundfinanzierung teilen sich Land und Industrie auf vier Jahre verteilt zwei Millionen Euro. Eine Evaluation entscheidet dann über die Fortführung. Der Landesanteil ist im Entwurf für den Doppelhaushalt 2017/18 enthalten. Bei der Wirtschaft ist die Regierung derzeit mit einem achtseitigen Informationsprospekt auf Tour. Verbände und Unternehmen haben nach Angaben des Umweltministeriums von Franz Untersteller (Grüne) bisher knapp 600 000 Euro zugesagt.

Auch wenn die Wirtschaft ihren Anteil erbracht hat, bleibt Drittmittel-Anwerben erwünscht. Ausgehend von fünf bis sechs Mitarbeitern soll die Einrichtung im Endausbau 15 bis 20 Menschen beschäftigen. Ziel bleibt eine hälftige Grundfinanzierung durch Land und Industrie.

„Sie kennen sicher die Zahlen, wie die Weltbevölkerung wächst, wie der Energieverbrauch zunimmt, Wasserverbrauch, anderer Rohstoffverbrauch“, erklärte Hirth, der bis Ende 2015 für die Universität Stuttgart und die Fraunhofer-Gesellschaft gearbeitet hat. Sekundärrohstoffe im Land zu gewinnen, sei auch wirtschaftlich sinnvoll, sagte der 55-jährige Chemiker, der seine aktuelle Tätigkeit als Wissenschaftsmanagement beschreibt: „Einmal, um die Wertschöpfung im Land zu halten, und dann, um weniger abhängig zu sein von Rohstoffimporten.

Eigenständige Institution

Große Konzerne forschen teilweise selbst an Recyclingmöglichkeiten etwa für rare Materialien. Hirth sieht in der neuen Denkfabrik aber einen klaren Mehrwert. „Wir betrachten das ganzheitlich: technologisch, ökonomisch, ökologisch; auch die sozialen Auswirkungen. Ich glaube, das kann so in der Breite ein Unternehmen gar nicht leisten.“ Das gemeinsame Nachdenken von Industrie, Politik und Wissenschaft und die übergreifende Akzeptanz der Ergebnisse lobt das Ministerium als zusätzlichen Vorteil. Die Denkfabrik ist als eigenständige Institution angelegt.

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24.11.2017, 06:00 Uhr
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