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Neuanfang für die Deutsche Börse
Theodor Weimer wechselt von der Hypo-Vereinsbank nach Frankfurt. Foto: dpa
Führungswechsel

Neuanfang für die Deutsche Börse

Nach der Affäre um Carsten Kengeter wird der Banker Theodor Weimer neuer Vorstandschef.

17.11.2017
  • ROLF OBERTREIS

Frankfurt. Der neue Chef der Deutschen Börse steht fest. Knapp zwei Wochen nach dem Rücktritt von Carsten Kengeter hat der Aufsichtsrat Theodor Weimer zum Vorstandschef berufen. Der derzeitige Vorstandssprecher der Münchner Hypo-Vereinsbank, Tochter der italienischen Unicredit, wird zum 1. Januar 2018 zunächst für drei Jahre an die Spitze der Deutschen Börse rücken und soll das Unternehmen nach der Insideraffäre um seinen Vorgänger in ruhigeres Fahrwasser bringen. Sein Nachfolger bei der Hypo-Vereinsbank ist Michael Diederich.

In Frankfurter Bankenkreisen wird die Berufung des 57jährigen gebürtigen Wertheimers (Main-Tauber-Kreis) begrüßt. „Er ist international erfahren und ein umgänglicher Manager“, sagt ein renommierter Banker in Frankfurt. Weimer gilt als Finanzfachmann und leitet die Hypo-Vereinsbank seit 2009 mit sichtbarem Erfolg. Sie bringt der Mutter in Italien regelmäßig stabile Gewinne. Allerdings hat Weimer dem Vernehmen nach nicht den unternehmerischen Freiraum, den er sich wünschen würde.

Weimers Vertrag in München wurde erst im Frühjahr bis 2020 verlängert. Mit seinem Wechsel zur Deutschen Börse kommt er zum ersten Mal an die Spitze eines eigenständigen Konzerns. Mit einer Börse hatte der studierte Volkswirt und promovierte Politologe bislang nicht direkt zu tun, aber als Chef einer Großbank ist er eng in das Geschehen am Kapitalmarkt eingebunden.

Weimer war in seiner Berufslaufbahn für verschiedene Beratungsunternehmen tätig, unter anderem für McKinsey. Von 2001 bis 2007 arbeitete der Vater von zwei Töchtern für Goldman Sachs und sammelte dort Erfahrungen im Investmentbanking. Daher rühren auch seine guten Kontakt zu Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner. 2007 wechselte er zur Hypo-Vereinsbank, im Januar 2009 wurde er Sprecher des Vorstandes.

Auch in der Politik gut vernetzt

Weimer, der auch im Vorstand des Verbandes der privaten Banken sitzt und den bayerischen Bankenverband leitet, gilt im Gegensatz zu Kengeter auch in der Politik als gut vernetzt. Und er muss im Übrigen nicht umziehen. Seine Familie wohnt in Wiesbaden und damit unweit des Sitzes der Deutschen Börse. Kengeter dagegen hat seinen Wohnsitz nie von London nach Frankfurt verlegt. Weimer muss sich allerdings mit seiner Fußball-Leidenschaft umstellen: Er ist Mitglied im Aufsichtsrat von Bayern München – die Deutsche Börse freilich ist Partner der Frankfurter Eintracht.

Als weitere Kandidaten für die Nachfolge von Kengeter galten dem Vernehmen nach sein Vorstandskollege Gregor Pottmayer und zeitweise auch Deutsche Bank-Co-Chef Markus Schenck. Kengeter war am 26. Oktober zurückgetreten nachdem das Amtsgericht Frankfurt die Einstellung der Ermittlungen gegen den seit Sommer 2015 amtierenden Vorstandschef wegen möglicher Insidergeschäfte abgelehnt hatte. Der 50jährige ehemalige Investmentbanker hatte im Dezember 2015 Aktien der Deutschen Börse im Volumen von 4,5 Mio. EUR gekauft. Zwei Monate danach verkündete die Deutsche Börse die geplante Fusion mit der Börse in London, die freilich im März 2017 scheiterte. Rolf Obertreis

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17.11.2017, 06:00 Uhr
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