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Sperre nach rassistischen Tiraden

"Negro" ist keine liebevolle Anrede unter Freunden

Mit "Negro!" hat der Liverpooler Fußballer Luis Suarez seinen schwarzen Gegenspieler beschimpft. Der britische Fußballverband hat ihn dafür gesperrt.

05.01.2012
  • EGBERT MANNS

Ulm Passiert ist es am 15. Oktober im Spiel des FC Liverpool gegen Manchester United in der ersten englischen Liga. In der 58. Minute tritt der Liverpooler Stürmer Luis Suarez, ein Uruguayer, den ManU-Verteidiger Patrice Evra, einen dunkelhäutigen Senegalesen, ins Knie. Es gibt Freistoß. In der 64. beschimpfen sie einander auf Spanisch, andere Spieler schreiten ein.

Für Suarez hat der Dialog eine längere Sperre zur Folge. Die hat der englische Fußballverband ausgesprochen, weil Suarez Evra siebenmal als "Negro" bezeichnet habe. Suarez habe gezeigt, dass er Evra als Schwarzen für minderwertig halte.

Das Urteil, das 115 Seiten lang ist, stützt sich im Wesentlichen auf die Auswertung von Filmaufnahmen und die Aussagen Evras und Suarez. Sie ließen das Schiedsgericht zur Überzeugung kommen, dass Evras Anschuldigung korrekt ist. Ihrzufolge hat sich auf Spanisch in etwa folgender Dialog abgespielt, wobei das Wort "negro" hier als "Schwarzer" übersetzt wird:

Evra: "Warum hast du mich getreten?"

Suarez: "Weil Du ein Schwarzer bist."

Evra: "Sag das nochmal, dann kriegst du eine rein!"

Suarez: "Ich spreche nicht mit Schwarzen!"

Evra: "Jetzt kriegste aber wirklich eine rein. . ."

Suarez: "Okay, Schwarzer, Schwarzer, Schwarzer!"

Suarez sagt später, Evra habe zu ihm gesagt: "Rühr mich nicht an, Südafrikaner!" Er habe geantwortet: "Wieso nicht, Schwarzer?" Er sagte, er habe das Wort "negro" so verwendet wie es in Uruguay üblich sei - als "freundliche Art, Leute anzusprechen, die schwarz oder braun oder schwarzhaarig sind". Keinesfalls habe er das Wort in rassistischem Sinn verwendet.

Das Schiedsgericht hat die Aussage als unhaltbar gewertet, es beantragte acht Spiele Sperre und 40 000 Pfund (48 000 Euro) Geldstrafe. Der FC Liverpool protestierte zunächst und ließ seine Spieler zum Training in T-Shirts mit dem Aufdruck "Suarez" auflaufen - was in Englands Fußballwelt allerdings gar nicht gut ankam. Gestern akzeptierte der Verein die Strafe. Suarez ist im Dezember übrigens noch einmal gesperrt worden - für ein Spiel, wegen eines Stinkefingers an gegnerische Fans.

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05.01.2012, 12:00 Uhr
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