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Bäckerei machte Botnang berühmt

Neben den Brötchen der Familie Klinsmann gibt es im Bezirk aber noch mehr zu entdecken

Bei der WM 2006 stürmten Touristen Botnang, um ein Foto in der Klinsmann'schen Bäckerei zu machen. Ansonsten sorgen die Einwohner selbst für Wirbel.

18.08.2016
  • ISABEL STETTIN

Stuttgart. Vor dem Bürgerhaus im kleinen Biergarten des Café „Intus“ sitzen Besucher in der Abendsonne bei einem Glas Wein zusammen. Michael Rutzen steht hinter der Theke der Kulturkneipe, plaudert mit den Gästen, schenkt aus. Wie jeden Mittwoch, Jahr für Jahr. Botnang sei eine Schlafstadt, provinziell, dörflich. Der 60-Jährige kennt das Klischee – und stemmt sich seit den 1970er Jahren dagegen.

Wer sich vom Gegenteil überzeugen lassen will, müsse einfach zu einem der vielen Konzerte kommen, sagt Rutzen. Immer wieder bebt das Bürgerhaus, wenn sich das „Intus“ zum Bersten füllt und Rockbands auf der Bühne stehen. Regelmäßig treffen sich Familien und Freunde zum Kneipen-Quiz, und einmal pro Woche wandelt sich der Saal im Bürgerhaus zum Stadtteilkino. „Zu uns kommen Leute von 16 bis 60. Wir versuchen, für alle Altersklassen etwas anzubieten“, sagt Rutzen.

Im Bürgerhaus-Verein ist der Musikfan Mitglied der ersten Stunde und für den ehrenamtlichen Café-Betrieb verantwortlich. „Mit unseren Konzerten konnte ich mir schon Träume erfüllen. Er schwärmt von vergangenen Auftritten und anstehenden: Im November etwa spielt Thomas Blug, einer der besten Rockgitarristen Deutschlands und in Botnang ein alter Bekannter. Auf der Bühne standen zudem bereits Angelo Kelly, der Kabarettist Matthias Richling oder „Fool's Garden“.

Die Einrichtung soll „den Bedürfnissen nach Kommunikation, kreativer Eigenaktivität, Spiel, Geselligkeit und Bildung dienen“, heißt es in der Vereinssatzung. Diesem Prinzip bleiben die Verantwortlichen des ersten selbstverwalteten Bürgerhauses in Stuttgart bis heute treu. Unter einem Dach tummeln sich Tanzgruppen, es werden aber auch Sprachkurse veranstaltet.

Überhaupt sind die Botnanger Bürger aktiv – zum Beispiel in mehr als 40 verschiedenen Vereinen, erzählt der gebürtige Botnanger und Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle. Aufgrund seiner grünen Kessellage, umgeben von Wald, ist Botnang für ihn das kleine Spiegelbild von Stuttgart. Die Bewohner, glaubt er, schätzen die Mischung: Wohnen im Grünen plus eine gute Anbindung an „die City“, die mit der Stadtbahn in zehn Minuten erreichbar ist. Doch es lohne sich auch die umgekehrte Fahrt – aus der City nach Botnang. Stierle empfiehlt nicht nur die Ausflugsklassiker, das Schloss Solitude und das im Wald gelegene Bärenschlössle im Rotwildpark. Sein Geheimtipp für den Sommer: Wenige Gehminuten entfernt von der Endhaltestelle Botnang lädt ein Kneippbecken im Schwarzwildpark mit eiskaltem Quellwasser vom oberhalb liegenden Buberlesbrunnen zum Erfrischen nach einer Wanderung ein. Nur einen Steinwurf vom Bürgerhaus erhebt sich der Botnanger Kirchturm: Im zweiten Weltkrieg wurde das Gotteshaus völlig zerstört, 1955 baute man aus den Ruinen die Auferstehungskirche, das heutige Wahrzeichen des Bezirks. Doch viel berühmter ist jene kleine Bäckerei gleich daneben, die Botnang weit über die Landesgrenzen bekannt gemacht hat.

Eine schwarz-rot-goldene Deutschlandfahne hängt an der Tür der Bäckerei Klinsmann, die vom Bruder des einstigen Bundestrainers betrieben wird. Vor zehn Jahren während der Fußball-WM stürmten Reporter, Fernsehteams und Fans den kleinen Verkaufsraum. Jeder wollte eine Brezel kaufen. Bezirksvorsteher Wolfgang Stierle erinnert sich an Amerikaner und Japaner, die für einen Schnappschuss angereist kamen. „Da herrschte Ausnahmezustand.“ Der herrscht in nächster Zeit auch rund um das Bürgerhaus. Der Marktplatz ist in den kommenden Monaten eine Baustelle. Das Gebiet rund um den historischen Ortskern wird nach und nach saniert, das Gesicht von Botnang soll verjüngt werden.

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18.08.2016, 06:00 Uhr
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