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Diplomatie

Nazi-Adler für 3,5 Millionen zu verkaufen

Die Heckfigur der vor Uruguay versenkten „Admiral Graf Spee“ wird 13 Jahre nach der Bergung angeboten.

24.06.2019

Von DPA

Bergung 2006: die Heckfigur der „Admiral Graf Spee“. Foto: Marcelo Hernandez/AP/dpa

Montevideo. Vor 80 Jahren sank das deutsche Panzerschiff „Admiral Graf Spee“ auf den Grund des Río de la Plata, jetzt bereitet der Heckadler aus Bronze in Montevideo und Berlin Kopfschmerzen. Ein Gericht hat das uruguayische Verteidigungsministerium dazu verurteilt, den Reichsadler mit Eichenlaubkranz und Hakenkreuz binnen 90 Tagen zu verkaufen und die Hälfte der Einnahmen den Unterzeichnern des Bergungsvertrags zu überlassen.

Die „Admiral Graf Spee“ war zu Beginn des 2. Weltkriegs im Indischen Ozean und im Südatlantik auf Kaperfahrt und versenkte mehrere britische Frachtschiffe. Im Dezember 1939 lieferte sie sich in der Mündung des Río de la Plata eine Schlacht mit den britischen Kreuzern „Exeter“ und „Ajax“ und dem neuseeländischen Kreuzer „Achilles“. Dabei wurde die „Admiral Graf Spee“ schwer beschädigt.

Zur Reparatur lief das Schiff in Montevideo ein, musste den Hafen aber aufgrund diplomatischen Drucks bald verlassen. Kapitän Hans Langsdorff ließ die „Admiral Graf Spee“ versenken, damit die moderne Marinetechnik nicht dem Feind in die Hände falle. Die Matrosen hatten zuvor nach Argentinien übergesetzt. Langsdorff nahm sich das Leben.

Die Marineverwaltung hat den 2,80 Meter hohen und 350 Kilogramm schweren Reichsadler vom Heck des Schiffes unter Verschluss, seit der Unternehmer Alfredo Etchegaray ihn 2006 geborgen hat. Er begrüßte die Gerichtsentscheidung. Die Regierung solle das Urteil annehmen und ihren Teil des Erlöses – Schätzwert 3,5 Millionen Euro – in das Bildungswesen oder die Marine investieren, sagte er.

Die Bundesregierung hatte einen Verkauf des Adlers auf dem freien Markt stets zu verhindern versucht. Sie will nicht, dass die Bronzeskulptur für die Verherrlichung der NS-Herrschaft missbraucht wird. Berlin würde den Reichsadler am liebsten in einem Museum sehen. dpa

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Erstellt:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
24. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2019, 06:00 Uhr

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