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Närrischer Spaß in der Kälte - Video zur Tübinger Narretei

Die Temperaturen machte den Narren zu schaffen. Nach einem Rekordjahr 2008 kamen am Sonntag deutlich weniger Besucher in die Altstadt, um sich mit rund 3.000 Hästrägern friedlich zu amüsieren.

09.02.2009
  • Eike Freese

Tübingen. Rund 15.000 Zuschauer säumten am Sonntagmittag die Gassen der Altstadt beim Fasnets-Umzug der Narrenzunft Tübingen. Rund 3.000 Hästräger aus Tübingen, Bühl und Hirschau, aber auch aus Nagold, Calw und Alpirsbach zogen in 73 Gruppen vom Haagtor über Marktplatz und Holzmarkt bis hinunter zur Jakobskirche. Trotz Kälte und grauer Witterung blieben zahlreiche Besucher noch weit bis nach 18 Uhr in den Altstadtgassen. Viele Narren bevölkerten die Kneipen in der Stadtmitte bis in den frühen Abend.

Narrenbaum steht am Rathaus

Schon gegen 12 Uhr hatten die Tübinger Fasnets-Vereine unter den Augen von rund 300 Zuschauern lautstark lärmend vor dem Rathaus den traditionellen Narrenbaum aufgestellt und damit die Herrschaft der Hästräger in den Wochen bis zum Aschermittwoch symbolisch eingeläutet. Rund 100 Helfer des Technischen Hilfswerkes (THW) hatten die Umzugsstrecke vom späten Vormittag bis zum frühen Abend abgesperrt. Für Erwachsene kostete der Eintritt in die innere Altstadt die obligatorischen 3 Euro. „So ein Umzug ist für uns ein ziemlich großer organisatorischer Aufwand“, sagte Beatrix Riebe von der Tübinger Narrenzunft. Die Einnahmen sollen das THW und die Narrenvereine finanziell entschädigen.

Wie in den Jahren zuvor fanden sich unter den Gästen des Tübinger Fasnets-Umzugs zahlreiche Touristen aus dem In- und auch aus dem Ausland. „Es sieht alles so schön altmodisch und fast magisch aus“, schwärmte Johanna Mizer aus Dayton im US-Bundesstaat Ohio. Die Amerikanerin und ihre Familie standen in der Kornhausstraße und waren ein gutes Beispiel dafür, dass junge Frauen und kleine Kinder das bevorzugte Ziel des amüsanten Hexen-Schabernacks sind. „Ich kenne Karneval sonst nur aus dem Urlaub in Rio“, sagte die Frau mit schon recht zerzaustem Haar. „Hier in Tübingen ist es, nun ja, etwas kälter.“

Trotz der frostigen Temperaturen harrten die meisten Besucher des Umzugs stundenlang in den Gassen aus, warteten auf fliegende Süßigkeiten und hofften, möglichst selten von einer der angriffslustigen Hexen erwischt zu werden, die den Zuschauern mit Räucherwerk und Stinkbomben zu Leibe rückten. Die „Bürgerwehr“ der Hirschauer Narrenzunft hatte wieder ihre eigene Konfetti-Kanone mitgebracht und ließ es sich nicht nehmen, das Moderatoren-Duo der Tübinger Narren in ihrem Wagen mit einer ordentlichen Breitseite einzunebeln.

Eher musisch unterhielten die zahlreichen Lumpenkapellen das Publikum. Die „Rutelingo-Gugga“ aus Reutlingen spielten rhythmusbetont und lautstark in ihren futuristisch anmutenden blau-silbernen Science-Fiction-Anzügen, der Fanfarenzug der Narrenzunft Alpirsbach trat in schmucker frühneuzeitlicher Hof-Tracht auf.

Die Kälte hieltviele Besucher fern

Zum ersten Mal fiel das Aufstellen des Narrenbaumes vor dem Rathaus und der inzwischen gut etablierte Umzug auf denselben Tag. Ralph Karau, Zunftmeister der Tübinger Narrenzunft, will mit dieser gemeinsamen Aktion die Präsenz der Hästräger in der Neckarstadt stärken. „Zuvor hat gerade das für die Fasnet wichtige Narrenbaum-Aufstellen kaum ein Publikum gehabt“, so Karau am Samstag. „Indem wir das mit dem populären Umzug zusammenlegen, bekommt die Tradition hier eine ganz andere Öffentlichkeit.“

Allerdings ging der große Publikums-Andrang auf die Altstadt nur schleppend los. Die Tübinger kamen spät, und sie kamen nicht so zahlreich wie noch vor einem Jahr, als bei bestem Wetter geschätzte 30.000 Zuschauer die Altstadt füllten. Ralph Karau äußerte sich dennoch zufrieden über den für seine Narren wichtigen Tag. „Auch die Resonanz der anderen Vereine war sehr gut“, sagte der Zunftmeister. Zudem war es am Rande der närrischen Veranstaltung angenehm friedlich: Auf der Tübinger Polizeiwache blieben die Telefone stumm.

Für die weitaus meisten Narren in Tübingen begann erst mit dem Spektakel am Wochenende die richtig heiße Phase der Fasnet. Einen weiteren Höhepunkt hat sie beim Sturm der Hästräger auf das Tübinger Rathaus am Rosenmontag. Ihr Ende findet sie am Aschermittwoch, für die Tübinger Narrenzunft mit dem traditionellen Zwiebelsuppe-Essen, für die Rosecker mit einem Fischessen in Honau. In den Wochen darauf steht für die meisten Narren vor allem eines auf dem Programm: Entspannung. „Ich bin zwar überhaupt nicht katholisch“, erzählte ein Lumpenkapellen-Posaunist beim Tübinger Brauchtums-Abend am Samstag, „aber die Fastenzeit mache ich schon aus eigenem Interesse mit.“

Närrischer Spaß in der Kälte - Video zur Tübinger Narretei
Clowns der Narrenzunft Weil der Stadt. Am Sonntag kamen rund 15.000 Zuschauer zum Tübinger Fasnetsumzug.

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09.02.2009, 12:00 Uhr
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