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Gerhard Schick diskutierte Ursachen und Lösungen für die Finanz- und Klimakrise

Nachhaltig wirtschaften

Zum politischen Frühschoppen kam gestern Gerhard Schick nach Pliezhausen, der finanzpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion,

27.07.2009
  • Julia Müller

<strong>Pliezhausen.</strong> Mit drei Krisen habe die Welt gerade zu kämpfen, sagte Beate Müller-Gemmeke: Wirtschaft, Klima und Armut. Die Grünen-Bundestagskandidatin leitete damit zum Referat ihres Parteifreundes Gerhard Schick hin. Rund 40 Zuhörer/innen waren in die Stadiongaststätte gekommen, um den Vortrag „Aus der Krise hilft nur Grün – Bankenpleite, Finanz- und Wirtschaftskrise“ zu hören.

Der Volkswirt und promovierte Finanzwissenschaftler Schick forderte stabile Finanzmärkte, verbraucherfreundliche Beratung und einen Kulturwandel der Märkte in Richtung Nachhaltigkeit. Stabilität könne nur durch stärkere Regulierung und Sicherungsmaßnahmen durch den Staat erreicht werden, betonte Schick. Verbraucherschutz höre nicht bei Lebensmitteln auf. Er verglich die schlechte Beratung von Kunden mit dem Verkauf von Horrorbüchern an Kinder. „Es geht den Banken um den Verkauf, nicht um den Bedarf der Kunden.“ Diesem Gebaren in der Finanzwelt sei die Politik bisher nicht entgegen getreten. Der Kulturwandel setze eine andere Haltung der Gesellschaft und Politik voraus, die Finanzmärkte zu regeln. „Ökologische und soziale Fragen müssen eine Rolle spielen.“

Die Ursachen für die gegenwärtige Krise liegt nach Meinung Schicks, der in den Untersuchungsausschuss der Hypo Real Estate Bank gerufen wurde, auch in der Nähe zwischen der Finanzbranche und den Akteuren des Finanzministeriums. Als Beispiel nannte er die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die nicht unter einer „normalen Bankenaufsicht“ steht, sondern vom Finanzministerium kontrolliert wird. Hierfür seien aber längst nicht genug Stellen besetzt. Der Bund verlasse sich außerdem auf die Zahlen der privaten Banken und sei somit nicht in der Lage, „die Regeln zu diktieren“. Es gehe darum, nicht nur ein paar Gesetze zu ändern, sondern im Sinne aller Bürger Regeln zu schaffen, meint Schick.

Neben einer stärkeren Regulierung müsse aber auch sichergestellt werden, dass die Finanzmärkte ihre Aufgaben erfüllen. „Wir brauchen sie, denn Investitionen müssen finanziert werden.“ Diese sollen ethisch wie ökologisch vertretbar sein.

Zum Ziel hat der „Green New Deal“ außerdem eine Million neue Jobs. Diese würden durch Investition in die Bereiche Pflege, erneuerbare Energien und in den „kaputtgesparten“ Bildungssektor geschaffen werden. Statt ähnlich wie China auf den Export zu setzen, sollte Wert im Inland geschöpft werden.

Gerhard Schick plädierte für eine Kreislaufwirtschaft. Sie solle nicht nach dem Motto: „Viele Ressourcen rein, Abfall raus“ funktionieren. „Abfallprodukte aus einem Produktionprozess werden Input für einen neuen“, wünschte er sich. Als Abschluss vor einer regen Diskussion empfahl er: „Lieber in eine Photovoltaikanlage als in Festgeld investieren.“

Nachhaltig wirtschaften
Gerhard Schick, Finanzpolitiker der Grünen-Bundestagsfraktion Bild: Faden

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27.07.2009, 12:00 Uhr
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