Schneller Ermittlungserfolg im Fall der Vergewaltigung an der Hermann-Hepper-Halle

Nach sexueller Misshandlung vier Männer in Haft

Ende März wurde nahe der Hepper-Halle eine 24-jährige Besucherin der „Project-X-Party“ von mehreren Männern vergewaltigt. Nun vermeldet die Polizei einen Ermittlungserfolg: Am Dienstag verhaftete sie sechs Männer. Vier von ihnen sitzen in Untersuchungshaft.

23.04.2015

Von tol

Tübingen. Eine Ermittlungsgruppe aus 15 Beamten hatte in den vergangenen Wochen mit großem Aufwand nach den Männern gefahndet, die am 29. März an der Vergewaltigung einer 24-Jährigen beteiligt gewesen sein sollen. Nun meldete sie einen Durchbruch: Am Dienstag nahm die Polizei sechs Tatverdächtige im Alter von 19 bis 22 Jahren fest. Alle sind wegen anderer Delikte bei der Polizei bekannt.

Vier der sechs Festgenommenen wurden am Mittwochnachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Tübingen dem Haftrichter vorgeführt. Er nahm die aus Dußlingen, Mössingen und Nehren stammenden Beschuldigten unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft. Gegen die zwei weiteren Verdächtigen besteht derzeit nur ein Anfangsverdacht, weshalb sie wieder freigelassen wurden.

Wie bereits berichtet, hatte die 24-Jährige die „Project-X-Party“ in der Hermann-Hepper-Turnhalle besucht. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte die alkoholisierte Frau nach Mitternacht im Raucherbereich vor der Halle einen der Männer getroffen, der sie dazu brachte, ihn auf den Schulhof der benachbarten Albert-Schweitzer-Realschule zu begleiten. Dort soll er sie dann mit weiteren Komplizen aus der Gruppe sexuell misshandelt haben.

Seither arbeitete die Ermittlungsgruppe „West“ mit Hochdruck an der Klärung des Verbrechens. Die Polizisten befragten über 100 Zeugen. Dabei ergaben sich Hinweise darauf, dass die nun festgenommenen Männer bei der Party gewesen waren. Dort sollen sie den Kontakt mit dem Opfer gesucht haben. Dadurch gerieten sie ins Visier der Ermittler.

DNA-Treffer erhärtet den Verdacht

Den Durchbruch brachte nach Polizeiangaben dann eine Spur am Tatort: Den hatten Kriminaltechniker noch in der Tatnacht akribisch untersucht. Eine DNA-Probe führte zu einem Treffer in der Datenbank des Landeskriminalamtes. Der passt zu einem 20-Jährigen aus Dußlingen, der zum Kreis der Verdächtigen gehört.

Im Laufe des Dienstags schlugen die Ermittler zu und nahmen alle Tatverdächtigen vorläufig fest. Außerdem durchsuchten sie auf richterliche Anordnung deren Wohnungen, wo Beweismittel beschlagnahmt wurden, die nun noch ausgewertet werden.
Zwar hätten mehrere Verdächtige eine Beteiligung eingeräumt. Für die Ermittlungsgruppe geht es nun aber darum, den genauen Ablauf des Verbrechens zu rekonstruieren und die einzelnen Tatbeiträge herauszufinden. Daran arbeiten zehn Polizisten und Polizistinnen. „Wir sind noch mittendrin“, sagte Polizeisprecherin Andrea Kopp. Um den Ablauf des Abends zu rekonstruieren, würden weitere Zeugen vernommen.

Um das Aussageverhalten nicht zu beeinflussen, geben die Behörden keine Einzelheiten, beispielsweise zu den beschlagnahmten Gegenständen, heraus. „Bei Sexualdelikten muss sehr genau ermittelt werden“, erläuterte der Sprecher der Tübinger Staatsanwaltschaft Ronny Stengel. „Das sind wir dem Opfer schuldig“, sagte Kopp – die sich über den raschen Ermittlungserfolg ihrer Kollegen freute: „Das haben die richtig gut gemacht.“

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Erstellt:
23. April 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
23. April 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. April 2015, 12:00 Uhr

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