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Wohnsituation der Studierenden bleibt angespannt

Nach oben keine Grenze: Volle Wohnheime, hohe Mieten

„Schönes, helles Zimmer im Stadtzentrum“ – danach suchen zum Semesterbeginn wieder viele Studierende. Obwohl die Zahl der Eingeschriebenen nicht weiter steigt, gestaltet sich die Suche nach einem Zimmer meist schwierig.

01.10.2015
  • Ingmar Lorenz

Tübingen. Die Wohnheime sind voll belegt, der private Wohnungsmarkt hat kaum Angebote: Die Zimmersuche ist für Studierende langwierig und schwierig. Immerhin: Die Zahl der Studenten wird dieses Jahr vermutlich nicht weiter steigen. „Insgesamt hat sich die Lage wieder etwas beruhigt“, sagt Nicole Lang. Laut der Pressereferentin des Studierendenwerks sei ein Ansturm, wie ihn die Uni Tübingen vor zwei Jahren erlebt hatte, nicht zu erwarten. Damals hatte der doppelte Abiturjahrgang die Studierendenzahlen an den Universitäten in die Höhe schnellen lassen. 29 155 Studierende waren im Wintersemester 2013/14 an der Universität Tübingen immatrikuliert. So viele wie nie zuvor.

Auch die Anzahl der Erstsemester erreichte ihr Rekordhoch. Das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim sah sich in dieser Situation gar dazu veranlasst, eine Rundmail an alle Angehörigen der Universität zu verschicken: Es rief dazu auf, den Neuankömmlingen einen Schlafplatz zur Verfügung zu stellen. Ganz so dramatisch werde die Situation im kommenden Wintersemester wohl nicht werden, hofft Lang. Trotzdem richtet das Studierendenwerk vorsichtshalber wieder Notunterkünfte im Studentendorf auf Waldhäuser-Ost ein.

„Die Zahlen sind zwar nicht rückläufig, steigen aber auch nicht weiter“, sagt Antje Karbe, Pressereferentin der Universität Tübingen. Die Anzahl der Studierenden habe sich im Laufe des letzten Jahres bei etwa 28 500 eingependelt. Mit so vielen Studierenden rechnet die Universität Tübingen auch im kommenden Wintersemester. Die Anzahl der Erstsemester wird mit geschätzten 4700 ebenfalls in der Größenordnung der letzten beiden Semester liegen.

Auch wenn die Zahl der Studierenden nicht weiter steigt, gestaltet sich die Wohnungssuche weiterhin schwierig.

Die Wohnheime sind vollständig belegt. Von den 3669 Plätzen, die das Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim in seinen Gebäuden zur Verfügung stellt, wurden im Lauf der Semesterferien 841 neu vergeben. Anfang September waren davon noch etwa 350 Plätze frei. „Die Zimmer, die noch übrig sind, vergeben wir an Studierende auf der Warteliste“, so Nicole Lang. Diese Liste ist gewaltig. Etwa 1600 Personen warten derzeit auf einen Platz im Wohnheim. Die Verwaltung des Studierendenwerks geht allerdings davon aus, dass nur etwa ein Viertel der Wartenden tatsächlich an einem Zimmer interessiert ist. „Viele Studierende bewerben sich gleichzeitig an mehreren Universitäten oder suchen parallel zu ihrer Bewerbung im Wohnheim anderweitig eine Wohnung“, erklärt Lang.

Weniger Angebote, höhere Preise

Auf dem privaten Wohnungsmarkt habe sich die Lage in den letzten Monaten sogar noch verschärft, so Dieter Käß, Mitarbeiter der Mitwohnzentrale in Tübingen. Verantwortlich dafür sei unter anderem das Bestellerprinzip, das am 1. Juni 2015 in Kraft trat. Es besagt, dass derjenige die Maklerkosten trägt, der ein Gesuch aufgibt. Dadurch gebe es in der Mitwohnzentrale und bei anderen Maklern weit weniger Angebote von Vermietern als bisher. Der Wohnungsmarkt sei deshalb nicht mehr so gebündelt wie früher. Zwar habe die Mitwohnzentrale viele Vermieter kontaktiert, „geantwortet haben aber nur wenige“, so Käß. Das sei gerade für Studierende im ersten Semester, die noch keine Kontakte in der Stadt hätten, ein Problem.

Studierende, die ein Zimmer auf dem freien Markt suchen, sehen sich zudem mit hohen Mietpreisen konfrontiert. Wer kein Mitglied einer Studentenverbindung ist, muss für ein WG-Zimmer in zentraler Lage meist über 400 Euro Monatsmiete bezahlen, in einigen Fällen auch weit mehr. „Im Stadtkern spielt es eigentlich keine Rolle, was sie für ein Zimmer verlangen. Sie finden immer jemanden, der es bezahlt“, sagt Dieter Käß. Die Studierenden hätten dabei nur selten die Möglichkeit auf billigeren Wohnraum auszuweichen, weil dieser kaum vorhanden sei. Zumindest nicht im Zentrum. In den umliegenden Gemeinden gebe es durchaus günstigere Zimmer und Wohnungen, so der Mitarbeiter der Mitwohnzentrale. Dorthin zu ziehen käme aber für viele Studierende trotz der prekären Wohnsituation nicht in Frage. „Wenn es irgendwie geht, bezahlen die Studenten lieber mehr und wohnen dafür zentral.“

Nach oben keine Grenze: Volle Wohnheime, hohe Mieten
Bald füllen sich wieder die Hörsäle der Universität. Doch vor der Konkurrenz um den Seminarplatz kommt für viele Erstsemester die Zimmersuche. Archivbild: Metz

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01.10.2015, 12:00 Uhr
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