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Nach neun Tagen befreit
Werden erleichtert sein: Bernie Ecclestone und seine Frau Fabiana Flosi. Ihre Mutter ist frei. Foto: dpa
Bernie Ecclestones Schwiegermutter hat Entführung gesund überstanden

Nach neun Tagen befreit

Neun Tage bangte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone um seine entführte Schwiegermutter. Der Fall facht die Sicherheitsdebatte kurz vor der Olympiade an.

02.08.2016
  • TOBIAS KÄUFER

São Paulo. Nach acht Tagen der Angst, kann Aparecida Schunck Flosi (67) ihre Familie wieder in die Arme schließen. In der Nacht zum Montag hat eine Spezialeinheit der brasilianischen Polizei die Schwiegermutter von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone aus der Gewalt ihrer Entführer befreit. Unverletzt und in gesundheitlich gutem Zustand. Bei der Befreiungsaktion gingen den Beamten auch die beiden mutmaßlichen Geiselnehmer ins Netz. Vitor Oliveira Amorim und David Vicente Azevedo wurden anschließend wie in Brasilien üblich den Medien bei einem Foto-Termin der Presse vorgeführt. Sie stellten sie vor eine Foto-Wand der Spezialeinheit DAS.

Schunck selbst äußerte sich nur kurz in einer Stellungnahme: „Ich habe den Geiselnehmern gesagt, sie sollen niemanden entführen, weil sie gefangen werden.“ Ihre Tochter Fabiana, die seit 2012 mit Ecclestone verheiratet ist, schloss ihre Mutter in die Arme. Sie war eigens in die Polizeistation in Sao Paulo geeilt.

Vor mehr als einer Woche waren zwei bewaffnete Männer in das Haus des Entführungsopfers eingedrungen. Sie gaben sich als Möbellieferanten aus, um sich Zutritt über den Lieferanteneingang zu verschaffen. Das deutete darauf hin, dass die Entführer sehr gut informiert waren und offenbar Telefongespräche und E-Mail-Verkehr der Familie ausspioniert hatten. Die Gangster entführten das Opfer mit ihrem eigenen Auto, danach verlor sich die Spur.

Am Montagmorgen erfolgte dann der Zugriff. Wie genau die Polizei den Tätern auf die Spur kam, ist noch unbekannt. Unbestätigt blieben bislang auch die Meldungen über eine Lösegeldforderung in Höhe von umgerechnet 30 Millionen Euro. Der Fall wurde von den brasilianischen Medien intensiv verfolgt, obwohl die Entführung zunächst geheim geblieben war.

Die Familie Schunck ist äußerst wohlhabend, die Eltern arbeiteten bereits lange vor der Hochzeit von Fabiana mit dem Formel-1-Imperium Ecclestones zusammen. Die 42 Jahre jüngere Ehefrau Ecclestones hatte sich zuvor um die Rechteverwertung der Formel 1 gekümmert. Allerdings vermied die Familie eine allzu offensive Darstellung in der Öffentlichkeit. Ob sie wie in wohlhabenden brasilianischen Kreisen üblich, besonderes Sicherheitspersonal angeheuert hatte, ist nicht bekannt. Die Öffentlichkeitsscheu hat ihren Grund: In Brasilien werden Angehörige von Sportstars immer wieder Opfer von Entführungsversuchen.

Der Fall erinnert an eine der spektakulärsten Geiselnahmen der jüngeren Geschichte. Vor zwölf Jahren wurde die Mutter von Fußballstar Robinho, Marina Souza, von Kidnappern entführt und 41 Tage lang gefangen gehalten. Am 17. Dezember 2004 wurde sie im Armenviertel von Perús ebenfalls in São Paulo gegen Zahlung eines Lösegeldes von 54 000 Euro freigelassen. Der Fall bewegte damals die brasilianische Öffentlichkeit und prägte wochenlang die Schlagzeilen der Medien. Nur wenig später entschied sich Robinho zu einem Wechsel vom Pele-Klub FC Santos zu Real Madrid.

Unmittelbar vor den Olympischen Spielen ist damit ein spektakulärer Entführungsfall glimpflich abgelaufen. Für die Olympia-Macher ist die Berichterstattung über den prominenten Entführungsfall äußerst unangenehm.

In den Austragungsstätten sorgt ein massives Polizeiaufgebot für Sicherheit und Kontrollen. Innenminister Alexandre de Moraes sieht trotz jüngster Meldungen über angebliche Terror-Vorbereitungen einer brasilianischen Zelle des Islamischen Staates die Gefahr eher in der Alltagskriminalität: „Die Kriminalität ist für die Spiele eine größere Sorge als der Terrorismus.“ Der Fall Aparecida Schunck bestätigt das.

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02.08.2016, 06:00 Uhr
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