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Die Mauer ist weg

Nach jahrzehntelangem Hickhack fährt am Montag erstmals ein Bus auf die Alb

Tauwetter in der regionalen Verkehrspolitik: Von Montag an gibt es einen Bus von Mössingen nach Melchingen und Salmendingen. Der Eiserne Vorhang zwischen dem Kreis Tübingen und dem Zollernalbkreis bekommt erste Risse.

10.12.2015
  • eikE Freese

Ob es Begrüßungsgeld gibt oder zumindest eine leckere Banane, wenn am kommenden Montagmorgen um 6.26 Uhr erstmals ein Mensch mit dem Bus aus Mössingen in Melchingen ankommt, ist offiziell noch nicht bestätigt. Klar ist jedoch: Die Mauer ist weg, der Eiserne Vorhang ist gefallen – es gibt endlich eine Busverbindung vom Landkreis Tübingen auf die Alb-Hochfläche nach Melchingen.

Jahrzehnte hat es gedauert, bis sich Lokalpolitiker aus den Landkreisen Tübingen und Zollernalb auf bescheidene sechs Fahrten pro Tag einigen konnten, die nun den Anfang machen (siehe Info-Box). Im Verlauf dieser ewigen Diskussion war mit den Jahren scherzhaft vom „Eisernen Vorhang“ die Rede, der die Orte Mössingen-Talheim und Burladingen-Melchingen trennt – und damit den Landkreis Tübingen vom Zollernalbkreis. Denn obwohl nur vier Kilometer Luftlinie zwischen den beiden Orten am Fuß der Alb (Talheim) und auf der Hochfläche (Melchingen) liegen, wurde der ÖPNV über die Talheimer Steige stets als Politikum gehandelt.

In jüngerer Zeit wehrten sich vor allem Interessenvertreter aus dem Zollernalbkreis mit Händen und Füßen gegen den Bus. Ein Grund: Schulen in Burladingen fürchteten, die Schulstadt Mössingen könnte ihnen Pennäler abspenstig machen. Oder die Einkaufsstadt Mössingen könnte Kunden aus dem Zollernalbkreis abziehen. Oder das Zusammenwachsen der Flächenkommune Burladingen könnte Schaden nehmen – noch in den 1970ern schließlich hatten Melchingen und Salmendingen für die Aufnahme in die Stadt Mössingen votiert. Noch im Jahr 2014 schienen die Zeichen im Nachbarkreis noch durchgehend auf Protektionismus zu stehen. Erst der Mössinger Gemeinderat brachte Bewegung in die Sache, als er sich um den Jahreswechsel dafür aussprach, 50 Prozent der Kosten für die Verbindung zu übernehmen – und den Landkreis Tübingen den Rest übernehmen zu lassen. Das war der Türöffner.

Eine, die das kreisübergreifende Tauwetter besonders feiert, ist Melchingens Ortsvorsteherin Waltraud Barth-Lafargue. „Wir freuen uns sehr über den Bus“, sagt die CDU-Politikerin dem TAGBLATT. „Wir hatten das schon immer auf unserer Prioritätenliste und haben im Ortschaftsrat seit 25 Jahren für die Strecke gekämpft.“ 20 Jahre lang hatte der Ort jedes Jahr aufs Neue die Verbindung beantragt. Barth-Lafargue glaubt übrigens nicht, dass die Befürchtungen vieler Politiker-Kollegen von der Alb berechtigt sind. Die Vorteile indes lägen klar auf der Hand: „Nehmen Sie allein unsere Berufsschüler, die jetzt gut nach Tübingen kommen“, sagt die Melchingerin. Barth-Lafargue sieht den Wohn-Standort Melchingen sogar gestärkt: „Für Familien, aber auch für den einen oder anderen Studenten, der die Mieten in Tübingen nicht tragen will.“

Die Melchinger Ortsvorsteherin und wohl auch ihr Salmendinger Amtskollege Erwin Straubinger wollen am Montag gleich den ersten Bus nach Mössingen und zurück nehmen, um die neue Verbindung zu testen und zu feiern. „Wir müssen da auch ein Zeichen setzen“, sagt die Ortsvorsteherin. „Der Bus muss bei uns akzeptiert werden, damit die Linie auch langfristig steht oder sogar ausgebaut wird.“

Fahrplan im Internet: www.naldo.de

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10.12.2015, 18:30 Uhr
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