Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Energie

Nach Preisanstieg soll Gas wieder billiger werden

Vor allem kleinere Anbieter geben die Senkung ihrer Bezugskosten an die Verbraucher weiter.

22.06.2019

Von ECKART GIENKE

SWP GRAFIK Foto: SWP GRAFIK

München. Die Gaspreise in Deutschland sind im ersten Halbjahr im Durchschnitt um knapp 2 Prozent gestiegen. Für eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern und einem jährlichen Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden betrug die Jahresrechnung im Durchschnitt zuletzt 1205 EUR. Der Hintergrund: Mehr als 350 der gut 700 Gasanbieter in Deutschland hatten die Preise erhöht.

Davon betroffen sind hierzulande rund 4 Mio. Haushalte. Vor allem die Grundversorger, die in ihren jeweiligen Geschäftsgebieten die höchsten Marktanteile haben und oft zu großen Energiekonzernen wie Eon gehören, hoben ihre Preise an. Doch der Trend nach oben könnte nur von kurzer Dauer sein. Denn die Großhandelspreise für Gas sind seit Februar um rund 42 Prozent gesunken. Darauf haben vor allem kleinere Anbieter mit Preissenkungen für die Haushaltskunden reagiert. Sollten sich die niedrigen Großhandelspreise stabilisieren, so könnten im zweiten Halbjahr weitere Preissenkungen die Folge sein.

Die Gaspreise waren über Jahre zurückgegangen. Im vergangenen Jahr stiegen sie erstmals wieder. „Vor allem im ersten Quartal dieses Jahres stiegen die Gaspreise kräftig an“, sagte Oliver Bohr, Geschäftsführer des Vermittlungsportals Energie Check24. Doch sind diese im langfristigen Vergleich immer noch günstig. 2008 hatten die Verbraucher für 20 000 Kilowattstunden 1433 EUR bezahlen müssen.

Für die Verbraucher in Deutschland wird die Entwicklung auf dem Weltmarkt entscheidend sein. Vor allem der kurzfristige Gaspreis ist stark gefallen, weil die Gasspeicher in Europa gut gefüllt sind und kaum Bedarf an weiteren Einspeicherungen besteht. Für kurzfristiges Gas müssen die Versorger nur noch etwa 10 EUR je Megawattstunde bezahlen, so wenig wie noch nie.

Das ist aber nur eine Momentaufnahme: Großhändler und Versorger, die Gas kaufen, das im Winter geliefert werden soll, bezahlen mehr als 18 EUR je Megawattstunde. Die Einkaufsstrategien der Versorger, ihr Mix aus langfristigen Lieferverträgen und kurzfristigen Marktreaktionen, bestimmen über ihre Einkaufskosten und damit ihre Preise.

Gas wird nicht nur zum Heizen verwendet, sondern auch in anderen Wirtschaftsbereichen eingesetzt. Die Analysten eines Handelshauses verweisen auf einen möglichen Nachfrageschub in Asien, wenn der Sommer sehr heiß wird. Dann steigt der Strombedarf zur Klimatisierung und Gaskraftwerke müssen mehr Energie liefern. Zusätzliche Nachfrage könnte auch aus dem Stromsektor kommen, wenn niedrige Wasserstände den Betrieb von Kohle- und Kernkraftwerken einschränken sollten. Eckart Gienke

Zum Artikel

Erstellt:
22. Juni 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
22. Juni 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. Juni 2019, 06:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Aus diesem Ressort
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+