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Nach 750 000-Euro-Coup: Drei Jahre Haft für LBBW-Banker
Die LBBW in Stuttgart wurde um 750?000 Euro geprellt. Foto: dpa
Als Auslöser für den spektakulären Diebstahl gab der Verurteilte eine „schwere Erkrankung“ an

Nach 750 000-Euro-Coup: Drei Jahre Haft für LBBW-Banker

Mit seinem spektakulären Diebstahl von 750 000 Euro machte der Banker Christian Schmidt Schlagzeilen. Mittlerweile gibt es ein Urteil.

10.08.2016
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Kurz vor Weihnachten 2014 steckt der Banker Christian Schmidt in der Stuttgarter Zentrale der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) 750 000 Euro ein – und taucht unter. Monatelang wird nach ihm mit internationalen Haftbefehl gesucht. Bis zum 14. Oktober 2015. An diesem Tag wird Schmidt in seinem Unterschlupf in der kenianischen Hauptstadt Nairobi festgenommen.

Mittlerweile ist der Mann aus Besigheim (Kreis Ludwigsburg) rechtskräftig von einem Schöffengericht wegen Diebstahls in besonders schwerem Fall verurteilt worden. Die Verhandlung fand am 11. Mai dieses Jahres statt, wie erst jetzt bekannt wurde. Das Urteil, das am selben Tag fiel, lautete drei Jahre Haft, wie der zuständige Richter Benjamin Stolle vom Amtsgericht Stuttgart bestätigt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von dreieinhalb Jahren gefordert. Die Strafobergrenze liegt bei einem Schöffengericht am Amtsgericht bei vier Jahren.

Schmidt habe die Tat in der Verhandlung vollumfänglich eingeräumt und auch Reue gezeigt, so Stolle. Als Grund dafür, dass er seinen Arbeitgeber um so viel Geld gebracht hat, nannte der verurteilte Dieb eine „schwere Erkrankung“, die ihn psychisch derart durcheinander gebracht habe, dass er die 750 000 Euro nahm. Die Krankheit sei an sich tödlich, könne mittlerweile aber medikamentös gut behandelt werden, erläuterte der Richter. Mehr wolle er dazu nicht sagen, um Schmidt zu schützen. Dessen Angaben habe er in der Verhandlung als glaubhaft empfunden, so Stolle.

Alles andere als strafmildernd wirkte sich hingegen aus, dass Schmidt zehn Monate lang untergetaucht war und das Geld futsch ist. Von den 750 000 habe man nur 35 000 Euro sicherstellen können, so Stolle. Diese hatte Schmidt vor seiner Flucht in Briefumschläge gepackt und Verwandten überlassen, die das Geld zurückgaben, als klar war, was passiert war. Die restlichen Euros ließ Schmidt wohl unter anderem in kenianischen Casinos. Er galt als spielsüchtig. Die LBBW könne das Geld zwar auf dem zivilrechtlichen Weg einklagen. „Vollständig zurückbekommen wird sie es aber wohl nicht“, glaubt Stolle mit Blick auf Schmidts finanzielle Verhältnisse. Diese waren schon früher ungeordnet. Zwei Firmen soll er nach Recherchen des Magazins „Spiegel“ in den Sand gesetzt und eine Privatinsolvenz hingelegt haben.

Die Entscheidung, das Geld einzustecken, fällte der Banker laut dem Richter wohl eher spontan. Stolle: „Er hat Wochen vorher schon mal darüber nachgedacht, an dem Tag hat sich dann die Gelegenheit geboten.“ Beim Geldzählen hatte Schmidt den Betrag abgezweigt und das Geld später in einem Karton aus dem Gebäude getragen. Die Bank überprüfte daraufhin ihre Sicherheitsvorkehrungen, stellte nach eigenen Angaben aber keine groben Mängel fest. Am 26. Dezember tauchte Schmidt unter. Alsbald kam der Verdacht auf, er könne sich in Afrika aufhalten, dort hatte er früher schon Urlaub gemacht.

Nach seiner Verhaftung saß Schmidt in Kenia fast zwei Monate im Gefängnis, bis er ausgeliefert wurde. Diese Zeit sowie die Haftzeit in Deutschland wurden auf seine Strafe angerechnet. Demnach könnte der Familienvater, der getrennt von seinen Kindern lebt, in etwas mehr als einem Jahr aus der Haft entlassen werden.

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10.08.2016, 06:00 Uhr
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