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Stuttgart

NSU-Ausschuss befragt frühere Neonazi-Größe Tino Brandt

Der NSU-Untersuchungsausschuss befragt an diesem Montag einen brisanten Zeugen.

18.02.2018
  • dpa/lsw

Stuttgart. Das Landtagsgremium hat den Neonazi Tino Brandt geladen. Dieser sitzt wegen Kindesmissbrauchs in Thüringen im Gefängnis. Brandt hatte in den 90er Jahren die Neonazi-Kameradschaft „Thüringer Heimatschutz“ aufgebaut, in der sich auch das NSU-Trio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe bewegte. Zugleich war er jahrelang V-Mann (Verbindungsmann) des Thüringer Verfassungsschutzes. V-Leute sind Menschen aus der Szene, die den Behörden meist gegen Bargeld Informationen aus ihrer extremistischen oder kriminellen Gruppe liefern.

In Stuttgart geht es um die Fragen, was Brandt über das Untertauchen des Trios wusste, ob er mögliche Unterstützer von ihnen kennt und was er zu Aufenthalten der drei Rechtsterroristen im Südwesten sagen kann. Dabei spielt auch ein ominöser Hauskauf von Brandt 2004 in Hardthausen in der Region Heilbronn eine Rolle. Es war vermutet worden, das Haus könne als Unterschlupf für das untergetauchte Trio gedient haben - etwa nach dem Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn am 25. April 2007. Belege gibt es dafür aber nicht. Ohnehin hat der Ausschuss nach wie vor keine Beweise für ein Unterstützernetzwerk des Trios in Baden-Württemberg.

Brandt ist bereits vor dem Oberlandesgericht in München befragt worden. Dort muss sich Beate Zschäpe verantworten. Für sie hatte die Bundesanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe gefordert, da sie Mittäterin bei den Straftaten des NSU gewesen sein soll. Brandt sagte im September 2014 vor Gericht. „Ich halte diese NSU-Mordgeschichte privat nicht für glaubhaft und das für einen Schauprozess.“

Der Untersuchungsausschuss geht der Frage nach, welche Verbindungen des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU) zu Baden-Württemberg bestanden und ob es hier Unterstützer gab. Dem NSU werden von 2000 bis 2007 zehn Morde zugerechnet - an Kleinunternehmern ausländischer Herkunft und an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn.

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18.02.2018, 11:08 Uhr | geändert: 18.02.2018, 09:50 Uhr
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