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Mit Zwischenrufen

NPD-Leute kamen zur Ergenzinger Bürgerversammlung

An der Bürgerversammlung zum neuen Asyl-Lager in Ergenzingen im September haben offenbar auch mehrere auswärtige NPD-Aktivisten teilgenommen. Das berichten mehrere Beobachter.

16.10.2015

Ergenzingen. Bei einer CDU-Versammlung am Montag in Rottenburg (wir berichteten) erzählte der Ergenzinger Ortschaftrat Rudi Schäfer, dass bei der Bürgerversammlung am 16. September in der katholischen Kirche neben ihm mehrere Neonazis saßen. In der ersten Reihe. Er habe sie noch nie zuvor gesehen. Die Neonazis mischten sich mit mehreren aggressiven Zwischenrufen in die Debatte ein, blieben aber sonst ruhig, sagte er anschließend dem TAGBLATT.

Der Rottenburger Oberbürgermeister Stephan Neher hatte die Informationsveranstaltung kurzfristig einberufen, nachdem am Vortag die Landesregierung die ehemalige Dräxlmaier-Fabrikhalle Hals über Kopf zur provisorischen Erstaufnahmestelle für mehrere hundert Flüchtlinge umgewidmet hatte. 800 Bürger/innen kamen zu der Versammlung in die völlig überfüllte Kirche; die Stimmung war teilweise recht aufgeheizt.

Der frühere Rottenburger OB Klaus Tappeser ergänzte Schäfers Bericht. Er habe den Ortschaftsrat und stellvertretenden Ortschaftsrat per Handschlag begrüßt und anschließend, wie es sich gehört, auch dessen kurzhaarigem Sitznachbarn die Hand gereicht. Und dabei bekam Tappeser eine Frage gestellt, die er zumindest in Rottenburg vermutlich noch nicht oft zu hören bekommen hat: „Wer sind Sie überhaupt?“

Tappeser stellte sich als CDU-Landtagskandidat vor. Darauf habe der Mann „mit stolzgeschwellter Brust“ geantwortet: „Und ich bin von der NPD.“ Dann habe er zu einem Rundumschlag gegen „die Politiker“ ausgeholt, woraufhin Tappeser das Gespräch schnell beendete.

Ihm sei den ganzen Abend mulmig gewesen, sagte Rudi Schäfer dem TAGBLATT. „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Aber die Zwischenrufe seiner Sitznachbarn seien nie so beleidigend gewesen, dass man hätte einschreiten müssen. Richtig zu Wort hätten sie sich nicht gemeldet; am Mikrofon hätten sie sonst auch ihre Namen nennen müssen. Wahrscheinlich hätten die NPD-ler einfach die Stimmung in Ergenzingen noch zusätzlich aufheizen wollen, vermutet Schäfer.

Kurz vor Ende der Versammlung sei sein Sitznachbar schließlich aufgestanden und sei mit zwei oder drei Kameraden raus gegangen; demonstrativ durch den Mittelgang der Kirche. Schäfer ist sich sicher, dass die Männer nicht in Ergenzingen wohnen. Sonst hätte er sie zumindest dem Aussehen nach erkannt, sagte er. NPD-Flugblätter oder Plakate seien an jenem Abend aber nicht zu sehen gewesen.

Überregionale Medien hatten zuletzt mehrfach berichtet, dass die NPD und andere Neonazi-Gruppen sich bundesweit gezielt in lokale Bürgerproteste („Nein zum Heim“ etc.) einmischen. mi

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16.10.2015, 12:00 Uhr
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