Stuttgart

„Gruppe S.“: Anwälte bezweifeln Kronzeugen-Glaubwürdigkeit

Im Prozess um die mutmaßliche rechte Terrorzelle „Gruppe S.“ haben Anwälte Zweifel an den Aussagen des Kronzeugen U. geäußert.

14.04.2021

Von dpa

Die JVA Stammheim mit dem neuen Gebäudekomplex des Oberlandesgerichts Stuttgart (vorn rechts). Foto: Werner Kuhnle/dpa/Archivbild

Stuttgart. Es handle sich bei dem ebenfalls angeklagten 49-Jährigen um eine „mindestens problematische Persönlichkeit“, sagte Anwalt Günther Herzogenrath-Amelung, der einen der elf weiteren Angeklagten verteidigt, beim zweiten Prozesstag vor dem Oberlandesgericht in Stuttgart-Stammheim. U. habe mehr als zwanzig Jahre in Haft oder Maßregelvollzug gesessen. Seinen Angaben müsse man mit größter Skepsis begegnen. Ähnlich äußerte sich Rechtsanwalt André Picker. Man müsse die Motivationslage ergründen, warum U. diese Aussagen gegenüber den Ermittlern gemacht habe. Es brauche noch weitere Beweismittel. Auch werde man die Ernsthaftigkeit der Aussagen in der „Gruppe S.“ beurteilen müssen.

Die zwölf Männer stehen vor Gericht, weil sie eine rechte Terrorzelle gegründet haben sollen, um sich Waffen zu besorgen, Muslime zu töten und einen Bürgerkrieg anzuzetteln. Ihnen drohen als mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer einer rechtsterroristischen Vereinigung bis zu zehn Jahre Haft. Die Angeklagten waren am 14. Februar 2020 festgenommen worden. Von den zwölf Männern sitzen elf in Untersuchungshaft, nur U., der als Kronzeuge gilt, befindet sich auf freiem Fuß. Das Staatsschutzverfahren ist ein Mammutprozess mit Dutzenden Beteiligten, bis Mitte 2022 sind Verhandlungstermine geblockt.

Die meisten Angeklagten ließen am Mittwochmorgen mitteilen, dass sie zu den Vorwürfen schweigen wollen. Aber es gibt Angeklagte, die ankündigten, sich äußern zu wollen.

Zum Artikel

Erstellt:
14. April 2021, 08:28 Uhr
Aktualisiert:
14. April 2021, 10:48 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. April 2021, 10:48 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Inhalt nutzen? Bitte beachten Sie unsere Hinweise zur Lizenzierung.

Push aufs Handy

Die wichtigsten Nachrichten direkt aufs Smartphone: Installieren Sie die Tagblatt-App für iOS oder für Android und erhalten Sie Push-Meldungen über die wichtigsten Ereignisse und interessantesten Themen aus der Region Tübingen.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen
Facebook Sport      Faceboook      Instagram      Twitter      Tagblatt-App