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Stuttgart

Musiker blockieren US-Zentrale Africom

Musiker des Netzwerks Lebenslaute haben die Zufahrten der US-Kommandozentrale für Afrika in Stuttgart blockiert.

29.08.2016

Von dpa/lsw

Das Schild der Kelley Barracks, Sitz des Africom. Foto: Franziska Kraufmann/Archiv dpa/lsw

Stuttgart. Nach Angaben des Netzwerks richtete sich die Aktion am Montag mit dem Titel «Schlussakkord dem Drohnenmord» gegen die Drohneneinsätze der Vereinigten Staaten in Afrika. «Da werden Menschen in Afrika ohne Gerichtsverfahren getötet. Das ist gegen das Völkerrecht, gegen das Grundgesetz», sagte Marcus Beyer, Sprecher der Gruppe Lebenslaute .

Die Polizei räumte eine von vier Zufahrten zum Africom-Gelände, indem sie 35 der 60 Demonstranten wegtrug oder wegführte. Die Aktion begann nach Angaben der Polizei Stuttgart zwei Stunden früher als sie ursprünglich angemeldet worden war. Der Sprecher der Gruppe, Beyer, sagte: «Uns ist wichtig, die Zugänge zu dem Lager zu stören, damit kein Fahrzeug in den Stützpunkt kommen kann.» Nach Angaben der Polizei verursachte das «erhebliche Verkehrsbehinderungen».

Beyer kritisierte: «Hier in der Africom werden Menschen auf Todeslisten gesetzt und dann aus der Entfernung angegriffen. Wer sich in der Nähe des mutmaßlichen Terroristen aufhält und getroffen wird, der gilt als Kollateralschaden», sagt der Sprecher.

Einer der Demonstranten, Gerald Williams, ist selbst US-Bürger und singt im Chor der Aktion. Er kritisierte, die USA gäben in der internationalen Politik den Ton an, und die deutsche Regierung mache stillschweigend mit. «Dabei plant die Bundeswehr, sich in Zukunft selbst Drohnen anzuschaffen», sagte der 74-Jährige aus Brandenburg.

«Lebenslaute» gibt es nach deren Internetseite seit 30 Jahren. Auf einer Demonstration gegen die Stationierung der Pershing II Raketen in Deutschland Mitte der 1980er Jahre seien drei Musiker auf die Idee gekommen, eine Blockade mit klassischer Musik zu machen. Das Netzwerk macht «klassische Musik an ungewöhnlichen Orten» und verbinden dies mit Demonstrationen. Es hatte 2014 den Aachener Friedenspreis bekommen.

Das Schild der Kelley Barracks, Sitz des Africom. Foto: Franziska Kraufmann/Archiv dpa/lsw

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Erstellt:
29. August 2016, 07:41 Uhr
Aktualisiert:
29. August 2016, 15:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. August 2016, 15:30 Uhr

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