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Polen

Museum des Zweiten Weltkriegs

Heute öffnen in Danzig nach langem Streit die Türen. Wie es dort weitergeht, ist aber unklar.

23.03.2017

Von DPA

Warschau. Es ist ein Etappensieg für die Macher von Danzigs neuem Museum des Zweiten Weltkriegs: Nach einem monatelangen Streit mit Polens Regierung öffnen sie Besuchern heute die Tür. Bei der Eröffnungsfeier werde auf Pomp verzichtet, sagt Gründungsdirektor Pawel Machcewicz. „Das Museum weckt auch so ein riesiges Interesse im In- und Ausland.“

Bekannt machten das Haus Versuche der nationalkonservativen Regierung, das von ihren Vorgängern ins Leben gerufene Prestigeprojekt zu übernehmen. Die Partei Recht und Gerechtigkeit PiS könnte die Ausstellung noch vor ihrer Eröffnung verändern, hatten die Museumsmacher befürchtet. Anlass war Kritik aus Reihen der PiS: Die Ausstellung hebe zu wenig die polnische Perspektive auf den Zweiten Weltkrieg hervor, bemängelten Kulturpolitiker, die Werte wie nationale Identität betonen. Kulturminister Piotr Glinski sprach von möglichen „Korrekturen“.

Direktor Machcewicz wehrt sich: „Das Museum des Zweiten Weltkrieges schreibt unsere Erfahrung in den europäischen und weltlichen Kontext, so dass man seine Besonderheiten, aber auch Gemeinsamkeiten mit anderen Nationen besser verstehen kann“, meint er. Familienerbstücke, die von tausenden Polen gespendet worden seien, machten die Schau authentisch. „Sie bewirken, dass die Vergangenheit zu etwas sehr Lebendigem wird, voller Emotionen“, sagt Machcewicz über die Hauptausstellung. Von Polens Kulturschaffenden erhielt sie viel Zuspruch. In einem Brief an Glinski lobten sie die langjährige Arbeit von Machcewiczs Team und baten den Kulturminister um Unterstützung für das Haus.

Gericht soll den Fall klären

Denn Glinski treibt seit Monaten eine Zusammenlegung der Einrichtung mit dem deutlich kleineren Westerplatte-Museum voran. Für die neu entstehende Institution könnte er einen neuen Direktor ernennen – jemanden, der eher den Vorstellungen der PiS entspricht.

Bereits zum Februar war vom Kulturministerium die Zusammenlegung geplant. Doch ein Gericht legte sie nach Klage der Museumsmacher bis zur Klärung des Falls auf Eis. „Misslich“ nannte Glinski das und kündigte an, bei seinem Vorhaben zu bleiben. Die Zusammenlegung würde Kosten optimieren, argumentiert er und übt an der Museumsleitung Kritik: Sie habe das Budget überzogen und die Eröffnung des Museums um drei Jahre verzögert. Der Staat drehte den Geldhahn nun zu. Bislang habe das Museum des Zweiten Weltkriegs nur etwa die Hälfte der bewilligten Mittel erhalten, sagt Machcewicz der Zeitung „Gazeta Wyborcza“. dpa

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Erstellt:
23. März 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
23. März 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. März 2017, 06:00 Uhr

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