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Murawski für 100 zusätzliche Medizinstudienplätze
Klaus-Peter Murawski: Zusätzliche Medizin-Studienplätze. Foto: Marijan Murat/dpa
Unikliniken

Murawski für 100 zusätzliche Medizinstudienplätze

Staatsminister bringt mit Karlsruhe und Stuttgart zwei neue Standorte ins Spiel.

21.04.2018
  • ROLAND MUSCHEL

Stuttgart. Der Staatsminister in der Regierungszentrale von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Klaus-Peter Murawski (beide Grüne), gibt sich in der grün-schwarzen Landesregierung als treibende Kraft hinter Überlegungen zu erkennen, zusätzliche Medizinstudienplätze im Land zu schaffen und dafür möglicherweise die Uniklinika-Landschaft neu zu strukturieren.

„Angesichts des Ärztemangels in der Fläche trete ich für den Vorschlag eines Ausbaus der Medizinstudierenden-Plätze um 100 Plätze in Baden-Württemberg ein und diskutiere das mit dem zuständigen MWK“, heißt es in einem Schreiben Murawskis an alle grünen Landtagsabgeordneten, das der SÜDWEST PRESSE vorliegt. Mit MWK ist das Ministerium für Wissenschaft und Kunst gemeint. Ressortchefin Theresia Bauer (Grüne) hat dazu in dieser Woche ausweichend auf Fragen des FDP-Abgeordneten Nico Weinmann reagiert. „Das Wissenschaftsministerium hat sich hinsichtlich der Einrichtung weiterer Studienplätze derzeit noch nicht festgelegt“, teilte Bauer dem Fragesteller mit. Zugleich verwies die fachlich zuständige Ministerin darauf, dass Baden-Württemberg im Ländervergleich bereits überdurchschnittlich viele Mediziner ausbilde. Bauer wie auch die grüne Finanzministerin Edith Sitzmann sollen Murawskis Pläne kritisch sehen, heißt es in grünen Fraktionskreisen. Dagegen scheint Kretschmann eher der Argumentation seines Staatsminister zu folgen.

Murawski schwebt vor, dass die zusätzlichen Plätze „mit der Verpflichtung vergeben werden, in einem zu definierenden Zeitraum im ländlichen Raum den ärztlichen Beruf auszuüben“.

Entscheidend sind die Kosten

Beim Einrichten der Plätze bringt Murawski in dem Schreiben überraschend neben Stuttgart auch Karlsruhe als möglichen neuen Ausbildungs-Standort ins Spiel.

Bisher war nur bekannt, dass Stuttgarts städtische Klinik durch ein „Beleihungsmodell“ den Status einer Uniklinik anstrebt. Stuttgart könnte so als Partner mit einer bestehenden Uniklinik – Tübingen oder Ulm kämen in Frage – die klinische Ausbildung von Medizinstudenten ab dem fünften Semester übernehmen, die vorklinische Ausbildung bis zum Physikum würde an der „verleihenden“ Universität erfolgen. Die bestehenden Uniklinika in Ulm, Tübingen, Freiburg und Heidelberg/Mannheim argumentieren, dass sie selbst kostengünstiger zusätzliche Plätze schaffen könnten.

Murawski schreibt nun, dass die Ausweitung durch je 20 zusätzliche Plätze an den bestehenden Uniklinika verwirklicht werden könne – „oder durch Beleihung von je 50 Plätzen für die kommunalen Großklinika Karlsruhe und Stuttgart“ von zwei bestehenden Uniklinika. Entscheidend seien dabei die Kosten.

An den bestehenden Uniklinika gibt es am Beleihungsmodell indes wenig Interesse; es verursache Mehrkosten und führe zugleich zu Qualitätseinschränkungen bei der Ausbildung, da die Vernetzung von Forschung und Lehre fehle, heißt es an den Standorten. Roland Muschel

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21.04.2018, 06:00 Uhr
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