Kreis Tübingen · Gebühren

Müllabfuhr im Tübinger Landkreis wird teurer

Mehr Geld für Leerungen, weniger Geld für die Grundgebühr.

12.10.2023

Von gor

Zuletzt wurden die Müllgebühren, die der Landkreis erhebt, im Jahr 2021 angepasst. Am Mittwoch hat der Kreistag einstimmig einer Neukalkulation zugestimmt, die zum Jahresbeginn 2024 wirksam wird. Beim Hausmüll ergibt sich dabei eine Verschiebung zwischen der fixen Jahresgebühr und den Gebühren pro Leerung. Die Grundgebühren werden leicht abgesenkt, die Abfuhrgebühren steigen hingegen.

Für den kleinsten Restmüllbehälter mit 40 Liter Volumen, den die Hälfte aller Privathaushalte im Landkreis nutzt, sinkt die Jahresgebühr von bisher 20,67 auf 18,98 Euro. Pro Abfuhr werden künftig 2,88 Euro berechnet, bisher waren das 2,48 Euro. Wird die Tonne einmal pro Monat zur Leerung an die Straße gestellt, wird die Hausmüllabfuhr aufs gesamte Jahr gerechnet um 3,11 Euro teurer. Für die 60-Liter-Tonne sinkt die Grundgebühr von 31 auf 28,47 Euro, die Gebühr pro Leerung steigt von 3,72 auf 4,33 Euro. Analog entwickeln sich die Gebühren für die noch größeren Tonnen.

Teurer werden außerdem die Restmüllsäcke, die bei kurzfristigem Mehrbedarf zusätzlich zur Tonne erworben werden können. Der bisher 6,50 Euro teure 70-Liter-Sack kostet ab dem 1. Januar 7,20 Euro. Ein Behältertausch wird künftig mit 19 Euro berechnet (bisher 15 Euro), für ein Behälterschloss werden 45 Euro (bisher 30 Euro) in Rechnung gestellt.

Beim Biomüll werden fixe Jahresgebühren nach Behältergröße erhoben, unabhängig von der Anzahl der Leerungen. Sie steigen für die 40-Liter-Tonne von 50,26 auf 53,79 Euro, für die 60-Liter-Tonne von 75,40 auf 80,69 Euro.

Dass die Gebühren trotz erheblicher Mehrkosten bei der Müllverwertung nicht kräftiger steigen, liegt auch an Rückstellungen aus früheren Überschüssen des Abfallwirtschaftsbetriebs, die nun aufgelöst werden. Von einer weiteren Möglichkeit zur Kostendämpfung machen die Bürgerinnen und Bürger bisher wenig Gebrauch. Bei den Bioabfällen könnte „durch die Nutzung von Behältergemeinschaften eine nicht unerhebliche Senkung der Gebührensätze erreicht werden“, wie die Kreisverwaltung in ihrer Sitzungsvorlage mitteilt. Leider werde die Möglichkeit der gemeinsamen Behälternutzung beim Bioabfall aber nicht so gerne genutzt. Stattdessen habe sich beim Biomüll der Trend zu kleinen Behältern fortgesetzt.