Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Moskaus Verluste im
Syrien-Krieg wachsen
Eine russische Panzerbesatzung zerstört eine IS-Kommandozentrale in der syrischen Stadt Hama. Foto: afp
Militäreinsatz

Moskaus Verluste im Syrien-Krieg wachsen

Der IS präsentiert per Video russische Gefangene. Bei der Bodenoffensive sterben immer mehr Soldaten. Die Bürger in der Heimat bleiben gelassen.

06.10.2017
  • STEFAN SCHOLL

Moskau. Die Männer sitzen in grauen Gefängnisroben vor einer Wand, das Gesicht des einen ist durch Blutergüsse entstellt, der andere trägt Handschellen und redet. Er sei Roman Sabolotni, stamme aus dem Gebiet Rostow. Bei seinem Schicksalsgenossen handele es sich um Grigori Zurkanow aus der Moskauer Region.

Am Dienstag veröffentlichte das arabische Portal Alqalaam ein IS-Video, das zwei russische Gefangene zeigt. Sie fielen bei den Kämpfen um die IS-Hochburg Deir es-Sor in die Hände der Terrorkrieger. Das Verteidigungsministerium in Moskau dementierte prompt. Aber das IS-Video bestätigt andere Berichte von heftigen Feindkontakten und Verlusten für russische Bodentruppen. Russland ist tiefer in den Syrienkrieg hineingerutscht, als es zu Beginn des Feldzugs vor zwei Jahren plante. Damals versicherte das offizielle Moskau, man werde in Syrien nur Luftwaffe einsetzen.

Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte gestern, die zuständigen russischen Dienste prüften, ob es sich bei den Männern auf dem Video tatsächlich um Bürger Russlands handele. Aber die Rostower Pressestelle der Donkosaken-Vereinigung bestätigte gestern, Roman Sabolotnis gehöre zu ihren Aktivisten. Und der Veteranenverband „Waffenbruderschaft“ erklärte auf seiner Website, der zweite Gefangene sei sein Mitglied Grigori Zurkan. Es ist ein offenes Geheimnis, dass außer den regulären Streitkräften in Syrien auch russische Söldner kämpfen. Etwa die „Gruppe Wagner“, deren Kommandeur Dmitri Utkin vergangenen Dezember im Kreml den Tapferkeitsorden erhielt. Laut Medien sind hunderte seiner Männer gefallen.

Auch die russische Armee beklagt Verluste. Das Verteidigungsministerium beziffert die Zahl der Gefallenen seit Beginn des Einsatzes auf 40, die Nachrichtenagentur Reuters auf 40 Tote allein in den ersten acht Monaten 2017. Vergangene Woche starb bei Deir es-Sors Generalleutnant Waleri Assapow, das bisher ranghöchste Opfer.

Russische Bodentruppen halten die Offensive der als wenig kampfkräftig geltenden syrischen Regierungssoldaten in Gang. „Luftangriffe allein reichen nicht“, erklärt der Nahost-Experte Ochran Dschemal. In der Öffentlichkeit aber sind Soldatensärge aus Syrien kaum ein Thema. „Wir kämpfen gegen den IS, es gibt Zusammenstöße, Verluste sind unvermeidbar“, kommentiert der kremlnahe Politologe Alexei Muchin. „Das ist eine Schlacht gegen das absolute Böse, unsere Zivilgesellschaft steht voll hinter unseren Streitkräften.“ Sollte der IS aber gefangene russische Freiwillige hinrichten, würden nur noch mehr Freiwillige in den Syrien-Krieg ziehen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

06.10.2017, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
Nachrichten via Messenger
Die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region liefern wir Ihnen auch per WhatsApp & Co. aufs Smartphone. Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp bitte mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular