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Orchester

Monumental feiern mit Mahler

Mit Festivitäten und der „Sinfonie der Tausend“ begehen die Münchner Philharmoniker ihr 125-Jähriges.

11.10.2018
  • DPA

München. In seinem Antrittsjahr 2015 in München hatte es der russische Maestro noch auf die Wiesn geschafft. Der Auftritt war gut fürs Image, war Valery Gergijews Einstand als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker doch von Dissonanzen begleitet. In einer Pressekonferenz musste er sich für seine Unterstützung von Putins Außenpolitik und für respektlose Äußerungen zur Homosexualität rechtfertigen. Heuer ließ sich nur Philharmoniker-Intendant Paul Müller auf der Wiesn ablichten. Dabei sprach Müller über die laufende Jubiläumssaison, die am Samstag mit Gustav Mahlers Achter („Sinfonie der Tausend“) den Höhepunkt erreicht.

Nach seinem holprigen Start ist Gergijew angekommen. Die Musiker haben gelernt, seine zittrige Zeichengebung zu lesen und Gergijew lässt sich auf den Klang ein, der vor allem in den Sinfonien Bruckners zum Tragen kommt. Bruckner-Schüler Ferdinand Löwe hatte die Tradition begründet. Seit Celibidache gelten die Münchner als Bruckner-Orchester schlechthin.

Bruckner-Orchester schlechthin

Auch mit der Musik Mahlers kennen sich die Philharmoniker aus. Gegründet 1893 als Privatinitiative erspielte sich der Klangkörper einen solchen Ruf, dass Mahler ihm die Uraufführungen seiner 4. und 8. Symphonie anvertraute. Seither konnte das Orchester bedeutende Dirigenten an sich binden: Von Felix Weingartner über Celibidache, Christian Thielemann und Lorin Maazel bis zu Gergijew.

Das 125-jährige wird mit einem Festwochenende gefeiert. Neben der „Sinfonie der Tausend“ gibt es etwa eine Neuauflage von Gergijews Festival „MPhil 360 Grad“, bei dem sein Mariinski-Orchester aus St. Petersburg aufspielt. Das Motto lautet „Brücken bauen“ und meint die Verbindungen zwischen russischem und deutschen Repertoire, wobei auf einem Symposium in Tutzing auch die heikle Politik zur Sprache kam – ohne Gergijew. Am Sonntag erinnern die Philharmoniker an Werke, die mit ihrer Geschichte verbunden sind: etwa die Ouvertüre von Smetanas Oper „Die verkaufte Braut“, die im allerersten Konzert aufgeführt wurde, oder Paul Hindemiths „Symphonische Metamorphosen“, für die Celibidache Glocken gießen ließ. Gerade erst feierte Gergijew Erfolge, als er einen vergangenes Jahr begonnenen CD-Zyklus aller Bruckner-Sinfonien mit der 2., 8. und 9. Symphonie weiterführte.

Gergijews Vertrag ist bis 2024/25 verlängert. Die nächste Herausforderung kommt 2020, wenn das Orchester wegen der Generalsanierung des Gasteig-Kulturzentrums in eine Interimsspielstätte umziehen muss. dpa

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11.10.2018, 06:00 Uhr
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