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TÜBINGEN

Montagsdemo erinnert an getöteten Kiomars Javadi

Die Stadt Tübingen sollte den namenlosen Winkel hinter dem Deutsch-Amerikanischen Institut in Richtung Wöhrdstraße nach dem dort 1987 getöteten iranischen Asylsuchenden benennen, fordern die Montagsdemonstranten.

23.08.2007

„Kiomars Javadi hat bei uns Schutz gesucht, aber den Tod gefunden“, hieß es am Montag in einer kurzen Ansprache der Demonstranten in der Wöhrdstraße. Vor 20 Jahren, am 19.August 1987, hatte ein Lehrling des ehemaligen „Pfannkuch“-Supermarkts den Asylsuchenden 18 Minuten lang im Schwitzkasten gehalten, der Filialleiter kniete auf Javadi, bis er unter den Augen von Zeugen starb. Die Beschäftigten wurden wegen „fahrlässiger Tötung“ zu Bewährungsstrafen und Geldbußen verurteilt.

Javadi, hieß es in der Rede weiter, habe zu einer Minderheit gehört – „den Asylsuchenden, die im Sommerloch 1987 als Sündenböcke für die wachsende Arbeitslosigkeit in Deutschland ausgeguckt wurden.(...) Erst gestern hat wieder eine Treibjagd auf Einwanderer, diesmal in Mügeln in Sachsen, gezeigt: Dieser Ungeist ist mehrheitsfähig, auch dort sahen alle nur zu! Deshalb ist es an der Zeit, ein Zeichen zu setzen: Gedenken wir Kiomars Javadi mit einem Moment der Stille an dem Ort, den die Stadt Tübingen nach ihm benennen sollte – als kleines Zeichen der Kollektivscham und Verbundenheit mit den Vielen, die in Tübingen eine neue Heimat suchten.“

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Erstellt:
23. August 2007, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
23. August 2007, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 23. August 2007, 12:00 Uhr

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